Pilgern auf dem Jakobsweg in Deutschland

Pilgern auf dem Jakobsweg in Deutschland

Pilgern auf dem Jakobsweg in DeutschlandMache aus jedem Ausflug.

Mache aus jedem Ausflug,
    aus jedem Urlaub,
    aus jeder Fahrt,
    aus jedem Spaziergang,
    aus jedem alltäglichen Gang,
    aus jedem Schritt
einen Pilger-Weg
ein Fahrt-Erlebnis,
ein Ziel
    zu Dir selbst,
    zum Mitmenschen,
    zur Natur
    und zu GOTT.
 
Pilgern ist
    eine Gesinnung,
    eine Stimmung,
    eine Sehnsucht,
    ein Aufbruch,
    eine Freude,
    eine Bewusstseins-Erweiterung,
    eine Suche, bzw. ein Finden
        nach der WEISHEIT DES LEBENS,
        DER UNIVERSELLEN LIEBE,
        nach GOTT.

Vergiss das Beste nicht.

Wenn Du Dich auf den Pilgerweg, auf Wanderschaft
oder einfach auf dem Weg befindest,
geht es Dir sehr viel, im Lauf der Tage,
um die elementaren Dinge,
die Deinen Körper betreffen
und es wird Dir womöglich
immer schwerer fallen,
Dich um das Wesentliche zu kümmern:
– um den Pilger-Weg
zu Dir selbst und zu GOTT,
– um Deine seelisch-geistige Entfaltung,
– um Deinen Weg zum Höchsten  Ziel des Lebens,
zur Weisheit und zur LIEBE,
zur Himmlischen Hochzeit und Krönung.

Deswegen und weil der Tag Dir Tausende
von äußeren Eindrücken,
von Oberflächlichkeiten
und Verzettelungen bringen wird,
solltest Du Dir einen Vorrang einen Rhythmus
und ein freudiges Vollbringen ermöglichen
für Dein seelisch-geistiges Ziel,
für Deine Feier für die Seele,
für Dein bewusstes und liebevolles
Erleben des Augenblicks.

Also gib Vorrang:
Deinem inneren Erleben,
Deinen Wahrnehmungen,
Deinen Erkenntnissen
und Deinen Impulsen
durch Beachten, Beobachten
und Betrachten,
was sich in Dir tut,
Deiner seelisch-geistigen Entfaltung,
dem Wandeln auf dem hohen Pfad zur Wahrheit
und den seelisch geistigen Tätigkeiten:
Gebet, Ein-Kehr, Kontemplation,
Spirituelle Lektüre, Tage-Buch schreiben…
dem Wunder des Lebens in Natur und Mensch,
der Betrachtung von Landschaft, Mensch
und Bau-Werk,
der Begegnung mit den 4 Elementen
und Wesen der Natur
und mit den Menschen
so  wie sie sind
und mit den Geistigen Wesen
(Natur-Geistern, Engeln und GOTT selbst).

Dieses Zitat ist entnommen aus dem Pilgerkurs von Jean Ringenwald
© www.erfuelltes-leben.de/ und Jean Ringenwald

Zur Vorbereitung auf eine Piglerreise, wohin sie auch immer gehen mag und für die Zeit während des Pilgerns wird Dir der schriftliche Pilgerkurs eine gute Vorbereitung und Begleitung für den Inneren Weg sein. Was er im Einzelnen ist erfährst Du auf dieser Seite meines Blogs: http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/pilgerweg-pilgerkurs/
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Vergiss das Beste nicht! Märchen

Vergiss das Beste nicht!

Vergiss das Beste nicht. MärchenMärchen und Lehrgeschichten lassen uns unmittelbar in spannende Situationen kommen, die wir aus dem eigenen Leben auch kennen. Sie zeigen einen Konflikt und wie er sich löst, auch wie er in Glück und Liebe einmündet. Welche Wünsche ein armer Student hatte und wie er mit der kostbaren Gabe umgeht die ihm geschenkt wird, erfahren Sie gleich:

Einst wollte ein armer Student, der nichts zu nagen und zu beißen hatte, der Welt für immer entsagen und Mönch werden. Da er aber nicht einmal die fünfzig Gulden aufbringen konnte, die er für die Kutte gebraucht hätte, nahm man ihn im Kloster nicht auf. Da wandte er sich in seiner Not an ein wundertätiges Bild der Gottesmutter und trug ihr, die noch keinen ohne Trost gelassen hatte, seine Bitte vor.

Die heilige Jungfrau reichte dem Studenten zwar nicht die Goldkrone von ihrem Haupte, dafür erschien sie ihm aber im Traume und riet ihm, sich auf ein Feld hinter dem Dorfe zu begeben. Dort träfe er einen Hirtenknaben, der eine Rose in der Hand hielte. Diesen Hirten solle er inständig bitten, ihm die Blume zu schenken. Auch wenn ihm seine Bitte anfänglich abgeschlagen werde, solle er getrost weiterflehen. Nur dürfe er keine Gewalt anwenden, denn etwas, was so sanft der Hand Gottes entblühe, wolle als Geschenk genommen sein und dulde keine Gewalt. Wenn er endlich die Rose erhalten habe, weise diese ihm den Weg zu einer Erdhöhle im Felde, hinter deren Eingang er eine eiserne Türe fände. An diesem Tore zeige sich bereits die Wunderkraft der Blume.

Der Student tat, wie ihm geheißen. Und tatsächlich traf er den Hirten mit seiner Rose, von der ein seltsames Leuchten ausging. Nachdem der Knabe trotz allen Bittens und Flehens sich weigerte, die Blume wegzugeben, wollte der Student sie ihm kurzerhand entreißen. Da fiel ihm gerade noch zur rechten Zeit das Wort der Gottesmutter ein: „Was so sanft der Hand Gottes entblüht, duldet keine Gewalt.“ Während er diese Worte leise vor sich hin sprach, lag plötzlich ganz von selber die Rose in seinen Händen.

 

Vergiss das Beste nicht
Alsbald entdeckte er auch im Felde die verborgene Höhle, die mit einer schweren Eisentür verschlossen war. Wieder vernahm der Student die Stimme der Gottesmutter: „Berühre dreimal mit der Blume das Türschloss!“ Wie im Traume kam der Student der Aufforderung nach, und siehe da, die zarte Blüte hatte solche Gewalt, dass das verrostete Schloss ganz von selber aufsprang.

Modergeruch und Kälte schlugen dem Studenten aus der Höhle entgegen, die in tiefer Finsternis lag. Aber die Rose strahlte ein so helles Licht aus, dass der lange Gang, der in das Erdinnere hineinführte, magisch erhellt wurde und die Wassertropfen an seinen Wänden auffunkelten. In diesem Lichte fand der Student einen Raum, an dessen Wänden uralte Waffen und Helme hingen. Während der junge Mann prüfend ein Schwert von der Wand nahm und erwog, wie er sich wohl mit diesem am sichersten irdische Reichtümer erkämpfen könne, hatte er die Rose aus den Händen gelegt. Als er aber zufällig zu ihr hinblickte, schien es ihm, als habe sich ihr Licht verdunkelt und sie bedeute ihm, das Schwert wegzulegen und sich dafür wieder ihr anzuvertrauen.

Erschrocken nahm der Student die Blume an sich und ließ sich von ihr in ein zweites Gemach führen, in dem große, eisenbeschlagene Truhen, angefüllt mit Gold- und Silbermünzen, standen. Wieder legte der Student die Rose beiseite, um sich die Taschen mit den Gulden und Dukaten zu füllen. Trunken von seinem Reichtum, wollte er sich zum Gehen wenden, als plötzlich eine feine Stimme mahnte: „Vergiss das Beste nicht!“ Was kann es wohl Besseres als Gold und Silber geben, dachte der Student. Als aber die Stimme nochmals wiederholte: „Vergiss das Beste nicht“, schüttete er schließlich die Münzen aus seinen Taschen und schritt zur nächsten Türe, hinter der er noch Wertvolleres vermutete. Beinahe hätte er in seiner Hast die Rose vergessen. Erst als er in dem dunklen Raum, der sich vor ihm auftat, ihres Lichtes bedurfte, entsann er sich ihrer, nahm sie an sich und trug sie wie eine Leuchte vor sich her.
Vergiss das Beste nicht
Jetzt sah er, dass er sich in einem Gemach befand, dessen Wände über und über mit Juwelen bedeckt waren. Da glänzten Herzen aus Rubinen geformt, Mondsteine verbreiteten ihr kühles Licht, aus riesigen Smaragden schossen grüne Blitze, das „Katzenauge“ flammte tückisch auf, im Blaugrün der Aquamarine schien das Geheimnis des Meeres eingefangen, und die Opale erstrahlten in magischem Licht, das wie Perlmuttglanz von milchigem Weiß in zartes Rosa und blasses Blau hinüberspielte. Die Kristalle der Amethyste hingen wie Trauben von der Decke, Diamanten und rauchbraune Topase lockten und warteten nur darauf, aufgelesen zu werden.

Verwirrt griff der Student wahllos hinein in all den Glanz. In seiner Gier hielt er große Bergkristalle erst für Brillanten und warf sie dann achtlos wieder fort, als er Wertvolleres entdeckte. Nun hatte er endlich, was er wollte. Jetzt würde ihm sein Reichtum die Herrlichkeiten der Welt erschließen. Schon strebte er dem Ausgang zu, als er wiederum die seltsame Mahnung vernahm: „Vergiss das Beste nicht!“ „Das Beste, das Beste – was kann es neben diesen Juwelen noch Besseres geben?“ höhnte der Student und stürzte hinaus.

Er merkte gar nicht, dass er sich, da ihm das Licht der Rose fehlte, jetzt an den Wänden des unterirdischen Ganges wund stieß und sein Blut auf die Edelsteine tropfte. Noch einmal war es ihm, als höre er die mahnende Stimme, dann stand er draußen vor der schweren Eisentür, die krachend hinter ihm zuschlug.
Jetzt erst fiel ihm ein, dass mit dem „Besten“ wohl die Rose hätte gemeint sein können. Er wollte umkehren und sie holen. Aber vergebens hämmerten seine Fäuste gegen die Tür. Keine Blume öffnete sie ihm wieder.
Vergiss das Beste nicht
Auf einmal schien dem Studenten, gemessen an der Rose, die für ihn unerreichbar geworden war, aller erraffte Schmuck wertlos. Verzweifelt irrte er tagelang umher, bis er endlich, von Hunger getrieben, die Juwelen zu verkaufen versuchte. Sogleich wurde er festgenommen und als Dieb in den Turm geworfen. Was half es ihm, dass er seine Unschuld beteuerte!

In der letzten Nacht erschien ihm wieder die Gottesmutter. Sie hatte ihr Haupt mit einem schwarzen Schleier verhüllt, und mit einer Stimme voller Trauer sprach sie: „Du hattest die Rose in Händen, die dich zu Schönerem und Wertvollerem als Gold und Juwelen hätte hinführen können. Du aber hast sie in deiner Habgier verachtet und verloren. So bist du denn nichts anderes als die vielen Menschen, die über irdischen Gütern das Beste, nämlich die Geschenke Gottes, vergessen.

Die Rose aber liegt bis auf den heutigen Tag in der genannten Höhle, und wenn Du der inneren Stimme folgst, wird sie Dich mit Sicherheit dorthin führen. Nimm die Rose an Dich, lass sie in Deinen Händen strahlen und leuchten, erinnere Dich bei allem, was Du tust: „Vergiss das Beste nicht!“

Vergiss das Beste nicht, Märchen aus Deutschland

 

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Künstlerkolonie Worpswede

Künstlerkolonie Worpswede

1280px-Buchweizenfeld-overbeckWas hat die Künstler damals so fasziniert an diesem kleinen Dorf im Moor?
Was hat sie an dieser Landschaft inspiriert?

Es ist schon eine besondere Landschaft im Dreieck Fischerhude – Osterholz  –  Worpswede. Durchstreift man sie, bzw. das Teufelsmoor mit seinen kleinen Flüssen, mit den vereinzelt stehenden Bäumen, den schönen alten Bauernäusern, und dem unendlich weiten Himmel, zieht Freude in die Seele ein und wir können so richtig durchatmen.

Fischerhude ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Spazieren Sie durch das malerische Künstlerdörfchen und durch die Bredenau mit ihren Blumen, Bäumen, blühenden Sträuchern und mit den schönen alten Villen. Dort lebte und malte Otto Modersohn und wir können nachspüren, was hier viele Künstler inspieriert hat, bis heute.

OttoModersohnMuseum

Erfahren Sie, wie sich die Künstler Kolonie gegründet hat, was ihr Anliegen war und was sie alles geschaffen hat, am Beispiel einiger Bilder und Zitate der Künstler. Darüber gibt es einige gute Bücher mit schönen Bildern der Künstler.

IMG_4785Versäumen Sie nicht die große Kunstschau zu besuchen. Gehen Sie einmal schlendernd durch und wählen Sie 2 bis 3 Bilder aus die Sie ausführlicher betrachten möchten.

Begeben Sie sich an einen der schönen Orte und genießen Sie Ihr Mittagessen. Spazieren Sie danach frisch gestärkt  durch das Teufelsmoor. Dort begegnen Sie dem besonderen Licht über dieser Landschaft und wenn Sie bewundernd durch die Wiesen schlendern kann es sein, dass Sie den Wesen der Natur begegnen.

teufelsmoor
Besuchen Sie auch das Haus im Schluh.
Es ist liebevoll eingerichtet und es hängen dort viele Bilder von Paula und Otto Modersohn.

Haus im Schluh

Sehr schön ist auch der Barkenhof, das Wohn- und Atelier-Haus der Worpsweder Künstler-Kolonie, in dem ebenso Bilder von Heinrich Vogeler ausgestellt sind.

barkenhofSie möchten gerne mal eine Kunstreise mit uns machen?
fragen Sie nach der nächsten Reise die geplant ist per
Email:

mailto:monika-zehentmeier@maerchen-zentrum.de
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Die Perle die bei Nacht strahlt. Märchen

Die Perle, die bei Nacht strahlt

perleFern von hier, im Östlichen Meer, lebte der Drachenkönig, und der hatte eine schöne und kluge Tochter. Bis zu ihrem 18 Lebensjahr machte sie ihm viel Freude, doch kaum war das Mädchen 18 Jahre alt, begann sie dem Vater Sorgen zu bereiten. Der Drachenkönig wollte einen Bräutigam für sie suchen, doch die Tochter hatte es sich in den Kopf gesetzt, nicht zu heiraten. Der ein dünkte ihr zu dünn, der andere wieder zu dick, der dritte zu dumm, und so ging das immerfort. Einmal sagte der Vater, der nicht mehr wusste, was er tun sollte: „Meine vielgeliebte Tochter, sag mir, was für einen Bräutigam du dir eigentlich wünschst?“ „Ich mag weder einen Reichen noch einen Beamten, ich will einen redlichen und tapferen Burschen“, sagte die Tochter und errötete leicht.

Der Drachenkönig gebot also seinen Ratgebern, nach einem geeigneten Bräutigam für seine Tochter Ausschau zu halten. Es kam der General Krabbe, doch der Tochter gefiel er nicht, es kam die Meisterin Schildkröte, um sie mit jemanden zu verkuppeln, doch die Prinzessin schüttelte immer wieder den Kopf, bis eines Tages der General Krebs herbeigeschwommen kam und sagte, er hätte nun einen Bräutigam gefunden. Es war Ah-örl, ein Waisenknabe, der in der nahen Bucht wohnte und zwar arm war, doch ein goldenes Herz haben sollte und nichts in der Welt fürchtete.

Der Drachenkönig sagte dieser Bräutigam nicht sehr zu. Er ließ die Königstochter zu sich kommen und sprach zu ihr: „Mein Kind, mir will dein Bräutigam nicht sehr gefallen. Wer weiss, wie es wirklich mit seiner Tapferkeit bestellt ist, und dann, er entstammt nicht der Wassersippe und passt nicht zu uns.“ Doch die Tochter hatte es sich in den Kopf gesetzt und wollte nur ihn. Sogleich schloss sie sich in ihren Gemächern ein, verließ sie nie und trauerte und weinte nur, bis im Meer noch mehr Wasser war als jemals zuvor. Der Drachenvater war mit seiner Weisheit am Ende. Er rief seine getreusten zu sich und beriet lange mit ihnen, bis der General Krebs einen Vorschlag machte.

 perle1In dieser Nacht erschien Ah-örl, der mit seinem Bruder in der nahen Bucht lebte, im Träume ein weißhaariger Greis.„Ah-örl“, sprach dieser, „geh an das Ufer des Flusses, deine Braut erwartet dich dort.“ Ah-örl erwachte und erzählte seinem Bruder von dem seltsamen Traum. Doch sein älterer Bruder neidete ihm die Erscheinung und sprach: „Was fällt dir denn ein? Wie könnte dich eine Braut erwarten? Du bist doch so arm, dass dich keine nehmen würde. Schlaf nur weiter.“

Ah-örl schlief ein, und darauf hatte sein Bruder nur gewartet. Er stand auf, schlich leise aus der Hütte und lief schnurstracks ans Ufer des Flusses. Ah-örl erwachte, blickte, tastete um sich, suchte seinen Bruder, doch der war nicht da. Wieder fiel im sein seltsamer Traum ein, es liess ihm keine Ruhe, und er lief zum Fluss. Und obwohl er spät aufgebrochen war, kam er zusammen mit seinem Bruder dort an.

Der Fluss war ruhig, über seinen Wasserspiegel ergoss sich weit und breit ein silberner Schein. Hoch oben am Himmel hing der goldene, runde Mond. In den plätschernden Wellen saß da eine wunderschöne Jungfrau, und die unruhigen Wellen spielte mit ihrem langen Haar.

„Schöne Jungfrau, willst du mich zum Manne nehmen?“ fragte Ah-örl schüchtern. „Nein, nein nimm mich“, rief der ältere Bruder. „Ich nehme jenen, der mir die Perle bringt, die bei Nacht strahlt“, sagte das Mädchen. „Und wo ist diese Perle?“ fragten die beiden Brüder ungeduldig. „Diese Perle befindet sich im Palast meines Vaters, des mächtigen Drachenkönigs“, sagte das Mädchen. „Ich gebe jedem von euch eine Nadel, die euch helfen wird, die Meereswogen zu beruhigen.“ Mit diesen Worten nahm sie zwei silberne Nadeln vom Kopf, reichte jedem der Brüder eine und tauchte in den Fluten unter.

 perle1Die Brüder verneigten sich vor der Drachenprinzessin und brachen auf. Der ältere lieh sich vom Nachbarn ein schnelles Pferd und machte sich im Galopp auf den Weg zum Östlichen Meer. Ah-örl setzte seinen Strohhut auf, zog seine Bastschuhe an und schritt den Fluss entlang gegen Osten. Das Östliche Meer des Drachenkönigs ist weit und der Weg zu ihm beschwerlich und mühsam. Viele Tage verstrichen, bis der ältere Bruder schließlich in ein Dorf gelangte, das ganz unter Wasser stand. „Was ist hier geschehen?“ fragte er. „Vor zehn Tagen kam ein schreckliches Hochwasser über uns, und seit damals steigen die Fluten ununterbrochen“, jammerten die Dorfbewohner. „Wir werden elend zu Grunde gehen, das ist sicher. Nur ein einziges Ding könnte uns retten, das ist der Goldene Kürbis aus dem Palast des Drachenkönigs.“ „Ich bin gerade unterwegs zum Drachenkönig“, sagte der ältere Bruder stolz, „und ich werde euch diesen Kürbis bringen.“

Einige Zeit später kam Ah-örl in das Dorf. Als er erführ, welch Unglück die Leute ereilt hatte, versprach auch er, ihnen den Goldenen Kürbis zu bringen, und setzte seinen Weg fort.

Nach langer Zeit gelangte er zum Meer. Doch was war das? Sein Bruder, der vor ihm losgeritten war, stand am Ufer und blickte entsetzt auf die tobende See, wo eine Woge die andere verschlang. „Hab keine Angst“, sagte Ah-örl zu seinem Bruder und warf die Nadel ins Wasser, die er von der Drachenprinzessin bekommen hatte. Im Augenblick, da die Nadel die Wogen berührte, glättete sich das Meer, und beiden Brüdern tat sich der Weg ins Wasserkönigreich auf.

Im Palast erwartete sie bereits der Drachenkönig. Beide Brüder trugen ihre Bitte vor. „Ich weiß, weshalb ihr gekommen seid“, sagte der König, „und ich erfülle euren Wunsch, doch wisset, dass unser Gesetz des Wassers gebietet, das ein Sterblicher von hier lediglich einen einzigen Schatz forttragen darf.“ Mit diesen Worten führte er sie in seine Schatzkammer. Beide Brüder blickten sich ganz verzückt um. So eine Pracht hatten sie ihr Leben lang noch nie gesehen. Die Wände waren mit den allerkostbarsten Edelsteinen ausgelegt, die Zimmerdecke war aus Gold, auf dem Fußboden lag ein Teppich aus Nephrit, wohin das Auge auch schaute, alles glitzerte und funkelte, und inmitten dieser Pracht und Schätze leuchtete mit hellem Schein das kostbarste aller Juwele – die Perle, die bei Nachts strahlt.

 perle1Ah-örl betrachtete sie, erinnerte sich an die schöne Drachenprinzessin, und sein Herz krampfte sich zusammen. Nein, er konnte dies Perle nicht nehmen, warteten doch fern im überschwemmten Dorf die Dorfbewohnern auf ihn. Ah-örl trat schnell vor und griff nach dem Goldenen Kürbis. „Gestatte, dass ich diesen Kürbis nehme, mächtiger König“, flüsterte er. Im gleichen Augenblick stürzte sein Bruder auf die Perle zu, ergriff sie und gab sie nicht mehr her. „Behaltet eure Schätze, vielleicht bringen sie euch Glück“, sagte der Drachenkönig und lächelte bei diesen Worten ganz sonderbar.

Dann geleitete er die beiden Brüder aus dem Palast. Als sie am Ufer standen, schwang sich der ältere Bruder aufs Pferd und galoppierte zurück. Er kam in das überschwemmte Dorf, und da umringten ihn die unglücklichen Dorfbewohner. „Den Goldenen Kürbis!“ riefen sie. „Bringst du und den Goldenen Kürbis?“ „Nein“, antwortete der ältere Bruder düster, „der Drachenkönig wollte ihn nicht hergeben.“ Und wieder trieb er sein Pferd zum Galopp an.

Währenddessen ging Ah-örl lange, er ging viele Tage und Nächte, bis eines Tages vor seinen Blicken das überschwemmte Dorf auftauchte. „Freunde“, rief er von weitem, „ich bringe euch den Kürbis, ich bringe euch den Goldenen Kürbis vom Drachenkönig!“ dann bückte er sich und schöpfte den Kürbis voll Wasser. Und welch Wunder! Das Wasser begann zurückzugehen, es sank und verschwand, bis es ganz verschwunden war. Die Dankbarkeit der Dorfbewohner kannte keine Grenzen. „Wie sollen wir dir das danken, guter Jüngling“, riefen die Menschen mit Tränen in den Augen, „wir haben nichts, das Wasser hat alles vernichtet.“

 perle1Da bemerkte jemand, dass im Schlamm eine Muschel lag. Er öffnete sie, und in der Muschel befand sich eine schmutzige, schwarze Perle. „Junger Mann, wir haben nichts, womit wir uns dir erkenntlich zeigen könnten, doch nimm von uns als Andenken wenigstens diese Perle“, sagten die Dorfbewohner. Ah-örl nahm die Perle, dankte und machte sich auf den Heimweg. „So eine hässliche Perle würde die Drachenprinzessin bestimmt nicht wollen“, sagte er sich im Geiste bekümmert, aber dennoch erwärmt das Gefühl, ein gutes Werk vollbracht zu haben, sein Herz.

Inzwischen war der ältere Bruder zu der Bucht gelangt, verneigte sich tief vor der Drachenprinzessin und sagte: „Ich bringe dir die Perle, die bei Nacht strahlt. Werde mein Weib.“ „Komm am Abend“, sagte die Prinzessin, nur die Nacht selbst wird entscheiden, ob das die echte Perle ist oder nicht.“ Am Abend kam der ältere Bruder zur Bucht. Doch was sah er da? Die Perle, diese helle, strahlende Perle, sie strahlte jetzt überhaupt nicht. „Du hast mir nicht die echte Perle gebracht“, sagte die Drachenprinzessin. „Das ist unmöglich“, rief der ältere Bruder ärgerlich und nahm die Perle selbst in die Hand. Da zersprang die Perle, und in der Hand hielt er nichts als ein wenig trübes Wasser.

Einige Tage später gelangte Ah-örl zu der Bucht. „Sei mir nicht böse, Drachenprinzessin“, sprach er, „doch ich konnte dir die Perle nicht bringen, die du haben wolltest.“ „Und was hast du da in deinem Ranzen?“ fragte neugierig die Drachenprinzessin. „Ach, das ist nichts“, winkte Ah-örl mit der Hand ab. „Das ist eine ganz gewöhnliche Perle, ich habe sie unterwegs von Leuten bekommen.“ „Gib sie mir“, sagte die Prinzessin, nahm die Perle und legte sie auf ihren Handteller. Und da musste Ah-örl die Augen schließen. Nein, das war keine gewöhnliche Perle, diese hier strahlte wie der Mond am Himmel. Ein silbriger Glanz drang aus der Perle und ergoss sich weit und breit über den Wasserspiegel. Die Prinzessin warf die Perle hoch, in die Luft. Ah-örl blickte wie verzaubert empor, er traute seinen Augen nicht. Über ihren Köpfen schwebte ein Märchen-Palast, und auf seinem Dach prangte die helle, funkelnde Perle, als leuchtete sie ihnen auf den Weg. Die Drachenprinzessin nahm den sprachlosen Ah-örl an der Hand und sagte: „Siehe, es ist dein gutes tapferes Herz, das da strahlt!“ und sie führte ihn in den Palast hoch oben in den Lüften.

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