Fundevogel. Märchen interpretieren durch betrachten.

 

Fundevogel.
Märchen interpretieren durch betrachten.

Unser Bewusstsein wacht!

Das Märchen vom Fundevogel aus der Sammlung der Brüder Grimm von 1857 ist schon eine etwas außergewöhnliche Geschichte. Viele dieser bekannten Märchen beginnen meist mit einer Handlung, die nicht gleich vermuten lässt, dass es sich um ein Märchen handelt. Es könnte sich ebenso um eine ganz gewöhnliche Geschichte drehen, die alltäglich passiert. Etwas anders verhält es sich beim Fundevogel.

„Es war einmal ein Förster, der ging in den Wald auf die Jagd, und wie er in den Wald kam, hörte er schreien, als obs ein kleines Kind wäre. Er ging dem Schreien nach und kam endlich zu einem hohen Baum, und oben daraufsaß ein kleines Kind. Es war aber die Mutter mit dem Kinde unter dem Baum eingeschlafen, und ein Raubvogel hatte das Kind in ihrem Schöße gesehen: da war er hinzugeflogen, hatte es mit seinem Schnabel weggenommen und auf den hohen Baum gesetzt.“

Ein Förster geht durch den Wald und findet ein kleines Kind in einer Baumkrone, das von einem Raubvogel seiner Mutter fortgenommen wurde. Diese eigenartige Situation wirft uns gleich mit den ersten Sätzen in die Wunder des Märchens hinein, da es sich um etwas handelt, was höchst unwahrscheinlich in der reellen Welt geschieht.

Wenn wir uns den Förster, insbesondere seine Berufung, etwas näher anschauen und dabei bedenken, dass das Märchen niemals wahllos oder zufällig einen solchen Beruf auswählt, dann bekommen wir schon leise eine Ahnung davon, aufweichen inneren Prozess uns das Märchen fuhren oder vorbereiten könnte.

Ein Förster hat die Aufgabe, im Wald nach dem rechten zu sehen, zu schützen und gegebenenfalls dort einzugreifen, wo die Ordnung gestört ist oder werden könnte. Er hat in seinem Revier den sogenannten „Durchblick“, der sich in erster Linie auf den Wald bezieht. Der Wald wird im Märchen meist als Rückzugsort oder als Gebiet beschrieben, in dem man sich verirren, die Orientierung und schließlich sein Ziel verlieren könnte.

Jener Ort kann mit dem „Dschungel“ unserer Emotionen, unseren Stimmungsschwankungen, unzähligen Gedanken, Ablenkungen und unserer Ziellosigkeit verglichen werden. …

Märchenbetrachtung von Karlheinz Schudt

Wie immer verblüffen uns die wundersamen Geschehnisse in den Märchen, denen unser Verstand keinen Glauben schenken kann. Wie soll er auch, denn es liegt nicht in seinem Aufgabenbereich. Er ist mehr für das Erinnern, Strukturieren und Organisieren zuständig, aber nicht um intuitive Lösungen im Leben zu finden.

Vom Flüchten und Verdrängen,
von Chancen und Möglichkeiten!
Auch dieses Märchen zeigt uns keine historischen Figuren, sondern schildert sinnbildlich seelisch-spirituelle Prozesse, die sich in uns abspielen und die auf verdrängte oder ungelöste Geschehnisse, aber auch großartige Fähigkeiten und Möglichkeiten in unserem Inneren hinweisen. …

Fundevogel – Nur gemeinsam sind wir stark!
Und so finden wir unter anderem in diesem Märchen vom Fundevogel ein schönes Sinnbild, das uns zeigt, zu welchen Lösungsmöglichkeiten Verstand und Intuition gemeinsam imstande wären, wenn sie sich vereinen könnten.

Diese Verbundenheit wird in dem Sprüchlein
„Verlässt Du mich nicht, so verlass ich Dich auch nicht“.
„Nun und nimmermehr“
,
immer wieder von Neuem bekräftigt. Jener Spruch aber ist mehr als eine routinemäßige Bekundung zwischen „Tür und Angel“. Es ist ein lebenslanges Versprechen, eine tiefe Bejahung der eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Einzigartigkeit und selbstverständlich die des anderen.

Dies kann aber nur von Erfolg gekrönt sein, wenn sich beide in Liebe vereinen. Nur so können sich ihre Kräfte ergänzen und entfalten. Denn wer sich der Liebe hingegeben hat, der kämpft nicht gegen einen vermeintlichen Feind, sondern für sein höchstes Lebensziel. Er richtet sein Augenmerk auf das, was es wahrhaftig gilt zu bewahren, zu erneuern und zu verwirklichen auf dem Weg zum Glück: die Liebe und Weisheit.

Was Dir das Märchen vom Fundevogel noch alles an tiefen Weisheiten offenbaren kann und wie Du dies ganz praktisch für Deinen erfüllteren und glücklicheren Alltag anwenden kannst, erfährst Du in dem Betrachtungs-Büchlein mit Meditations-CD zur Selbstbetrachtung.

Betstellmöglichkeit hier:
Es gibt desweiteren noch in dieser Reihe:
Betrachte das Märchen

„Frau Holle“

© der Texte Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Falarale das märchenhafte Wesen im Großarltal

Falarale das märchenhafte Wesen im Großarltal
Falarale, das märchenhafte Wesen vom Großarltal

Im Alpenland erzählt man sich viele Sagen von den Bergen, den Pflanzen, Tieren und Menschen. Hier ist eine neue Sage. Sie ist liebevoll geschrieben und sie zeigt ein märchenhaftes Wesen, das durch die Bergwelt streift, Zuneigung hat zu den Menschen, Pflanzen, zum Bergbach …

Auf den stimmungsvollen Aquarellbildern kann man sehen wo das Wesen lebt, und wen es alles antrifft auf seinem Weg. Sogar mit den Sonnenstrahlen spielt es. Es ist allen gut gesonnen und stiftet Frieden wo Streit ist.

Bestellmöglichkeit: Falarale, das märchenhafte Wesen vom Großarltal

 

 

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Verlag Märchenhaft leben

Verlag Märchenhaft leben

Verlag Märchenhaft lebenMärchenhaft leben, das wäre schön!

So wäre es möglich den Tag zu beginnen voller Vertrauen in das Leben und in Freude. Im Tageslauf könnten bewusst Brücken gebaut werden die verbinden was sich getrennt zeigt, wo etwas einseitig geraten ist. In Dankbarkeit könnte Hilfe gegeben und empfangen werden. So könnte auch verwandelt werden, was nach Erneuerung, Veränderung strebt.

Dann wäre jede Herausforderung Ihres Lebens oder jede große Aufgabe die Ihnen Ihr Leben zukommen lässt, ein Teil des Weges zum Ziel Ihrer Träume, zu Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit.

Es würden Ihnen die Lösungen bewusst werden für das, was Sie in Ihrem Leben herausfordert.

Sehr gute und passende Helfer stünden Ihnen bei, Ihre schweren Aufgaben zu vollbringen.

Den Widerständen die sich mir in den Weg stellen würden Sie gewachsen sein, durch die Kraft der Zuneigung.

Ihr ersehntes Ziel würden Sie finden: glücklich und zufrieden zu sein, geborgen und geliebt, erfolgreich und wohlhabend, gesund und harmonisch.

Der Verlag Märchenhaft leben bringt Bücher, Kurse, CDs heraus, die Ihnen, wenn Sie sich auf den Weg zu Ihrem größten und innigsten Ziel machen helfen, aus Ihrem Leben das beste und schönste zu machen. Diese Inhalte sind lebensgemäß, leicht verständlich und gut umsetzbar. Sie helfen Ihnen zu sich selbst zu finden, Ihren persönlichen Weg zu erkennen und ihn voller Vertrauen zu gehen, die persönliche Erfüllung zu finden die Sie sich wünschen.

Schauen Sie sich das Verlagsprogramm hier an:

MÄRCHEN, Bücher, CDs: http://klickjetzt.de/mehrmaerchen

LICHT, Spiritualität: http://klickjetzt.de/spiritualitaetundlicht

7 URBILDER, Therapie: http://klickjetzt.de/urbilder

GLÜCK und LIEBE: http://klickjetzt.de/gluecklichleben

E-BOOKs (Digital): http://klickjetzt.de/ebuecher

ADVENT und WEIHNACHTEN: http://klickjetzt.de/adventundweihnachten

Seminare, Schulungen, Feste: http://klickjetzt.de/seminare

Ausbildung Märchentherapie: über die Ausbildung MärchentherapieAusbildung Märchen-Erzähler)in:

Übrigens:
Sollten Sie Begriffe antreffen die Ihnen nicht geläufig sind, so schlagen Sie doch bitte im Lexikon Märchenhaft leben nach: http://www.lexikon.maerchenhaft-leben.de/

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Bücher für Ostern. Märchen und Geschichten

Bücher für Ostern

Bücher für Ostern

Der Wunsch Ostern bewusster und inhaltsvoll zu erfahren wird wieder stärker und so wächst auch das Bedürfnis, außer den Ostereiern die gesucht werden und damit auch Freude bereitet wird, wertvolle Beigaben zu schenken, wie z. B. gute Märchen und Geschichten.

Darüber freut sich die ganze Familie, denn schöne Märchen, Gedichte und Geschichten werden zum gemeinsamen Erlebnis und stellen positive, aufbauende Werte in den Mittelpunkt des großen Festes und verbinden Jung und Alt.

Dafür habe ich für Sie 2 sehr schöne Bücher, die die innige Stimmung des Osterfestes sehr bereichern werden:

Kleine Geschichten aus der Osterzeit


Kleine Geschichten aus der Osterzeit
Dieses liebevoll, mit kleinen Zeichnungen, gestaltete Büchlein enthält eine kleine Einführung von Bruno Bettelheim über die Bedeutung der Feiertage und stimmt damit sehr gut auf die Geschichten ein, die in diesem Bändchen zusammengetragen sind.
Sie finden darin z. B.
– Goethes Osterspaziergang,
– ein Ostermärchen von Joachim Ringelnatz,
– eine Geschichte von Werner Bergengruen.
– Selma Lagerlöf, Bella Chagall, Christian Morgenstern
und noch einige andere sind hier versammelt und erzählen vom Frühlings-Erwachen, von der Natur und vom Osterfest.

Einfach schön!
Zu bestellen ist es hier:
http://www.amazon.de/dp/3872030795

Ostermächen
von Christian Morgenstern

Ostermärchen MorgensternVoll Träumerei und Nostalgie, umrahmt von schönen alten Zeichnungen erzählt hier der Dichter Christian Morgenstern ein Ostermärchen, herausgegeben von Margareta Morgenstern.

Ein kleiner Junge träumt in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag er läge unter einem Baum auf einer Wiese, umringt von fleissigen Osterhasen, die ihre Osterkörbchen vorbereiten. Er erwacht aus seinem Traum und erlebt mit seiner Familie ein fröhliches Ostereiersuchen im hauseigenen Garten. Die Kinder entdecken verzückt die Osterhasen, die auch im Wohnzimmer den Kindern eine Freude machen möchten.

Die Rituale und der Sinn des Osterfestes werden den Kindern hier nähergebracht. Auch wie der alte Winter dem Jüngling Frühling den Weg frei macht. Frühlingsblumen erwachen und Vögel und Schmetterlinge heißen den Frühling herzlich willkommen. Nicht nur die Kirchenglocken leuten den Frühling ein, nein, alles was Glocken heißt, das hat der Frühling besonders lieb. Das muss ihm wecken helfen.

Die Augen werden mit den bunten Farben der Natur geweckt, die Blüten wecken mit ihren süßen Düften die Nasen und den Wecker der Ohren stellt der Gesang der Vögel, sowie der Jubel der Kinder dar.

Eine schöne Beschreibung des Frühlings. Wer noch kein Ostergeschenk hat, dem kann ich dieses Nostalgiebüchlein wärmstens empfehlen. Es bringt jedem, nicht nur den Kindern, denn Sinn und Zweck, die Bräuche und Sitten des Osterfestes und des Frühlings wieder etwas näher.

Zu bestellen ist es hier: http://www.amazon.de/dp/3890820263

Ja,
machen Sie aus dem Osterfest
ein Erlebnis,
das Ihnen und Ihren Lieben
innigliche Freude schenkt!

🙂

Besinnliche Geschichten für das tägliche Leben
finden Sie durch anklicken des Bildes:

Besinnliche Geschichten

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Die Holundermutter oder die Hollerfrau. Märchen

Die Holundermutter

die Lebensgesichter der Frau Holle

Es ist einmal ein Mann gewesen. Dem ist die Frau gestorben, und er ist mit seinem Mädchen, dem Mariele, allein zurückgeblieben. Das Mariele war so schön, dass sich alle Burschen nach ihm umgedreht haben. Und es ist so flink und fleißig gewesen, es ist ihm alles so gut von der Hand gegangen, dass alles im Haus immer wie ein Spiegel so hell gewesen ist und dass man hätte vom Boden essen können. Bis spät in die Nacht hinein hat man die Spindel von seinem Spinnrad schnurren hören.

Neben dem Witmann hat eine Witfrau gewohnt. Die hat ein Mädchen gleichen Alters gehabt, und es hat auch Marie geheißen. Wiewohl die beiden Mädchen ganz anders geartet waren, gingen sie doch oft zusammen den gleichen Weg in die Kirche und in die Schule. Sonntags ist die Witfrau mit ihnen gegangen. Der Witmann ist Kohlenbrenner gewesen und ist nur hie und da in die Messe gekommen.

Eines schönen Tages sagt die Witfrau: »Mariele, dein Vater ist Witmann, und weil er Kohlenbrenner ist, muss er dich oft alleine lassen. Und ich bin Witfrau und lebe auch allein. Ihr zwei seid gleichaltrig. Sag deinem Vater, wir könnten viel sparen an Licht und Brand, wenn wir zusammen hausen würden.«

Das Mädchen hat seinem Vater die Nachricht ausgerichtet. Der kratzt sich hinter dem Ohr, denn er ist ein bedächtiger Mann gewesen. Dann sagt er: »Guter Sprech! Was ich gehabt habe, das weiß ich; was ich bekomme, das weiß ich halt nicht! Ich will es mir aber bis morgen überlegen und will auf ein Zeichen gehen. Wenn morgen früh der Hollerbuschen vor unserem Haus Blüten treibt, dann soll mir das ein gutes Zeichen sein, und ich will >ja< sagen. Das kannst du der Witfrau ausrichten.«

Die Holundermutter. MärchenUnd wie der Mann am anderen Morgen den Fensterladen aufschlägt, da steht der Hollerbuschen in voller Blüt‘. Da ist er zuerst erschrocken, denn Heiraten ist kein Pferdekauf! Aber, weil er auf dieses Zeichen, das er angefordert hat, gehen wollte, sagte er zu seinem Mädchen: »Geh hinüber und sag der Witfrau, der Hollerbuschen hat mir das Zeichen gegeben und hat Blüten getrieben, und ich will dem Zeichen treu bleiben und will sie heiraten.« Da ist die Witfrau herübergelaufen gekommen, und sie haben lang und breit überlegt, und sie hat dem Mann versprochen, sein Mädchen zu halten, als wenn es ihre eigene Tochter wäre, und noch viel besser, denn das hatte der Witmann zur ersten Bedingung gemacht. Und die Witfrau hat es ihm bei Gott und allen Heiligen versprochen. Da haben sie sich einander zugesagt und bald darauf geheiratet.

Wie sie jetzt zusammen gehaust haben, ging es zuerst ganz gut und schön. Die Witfrau hat dem Mariele alles Liebe und Gute angetan und hat es spinnen lassen von morgens früh bis abends spät. Und spinnen konnte das Mariele, Fäden, als wie ein Haar so fein!

Aber bald ist der Neid über die Frau gekommen. Sie hat gemerkt, dass der Mann mehr an seinem Mädchen als an ihr hing. Und wenn sie die Mädchen miteinander verglichen hat, da hat sie sich sagen müssen, dass ihr Mädchen dem anderen das Wasser nicht reichen konnte an Schönheit und Fleiß. Ihr Mädchen war rund wie eine Ofenkugel, und das andere war gewachsen wie eine Gerte, so rank und fein! Das Mädchen vom Mann hat Haare gehabt wie aus Gold gesponnen und Haut wie Milch und Blut. Ihr Mädchen hat eine gelbliche Haut gehabt und Haare, pechrabenschwarz, wie ein Zigeuner!

Und weil das Mariele von dem Mann so fleißig war und ihm alles so gut von der Hand gegangen ist, hat’s immer noch Zeit gehabt zu spinnen und hat schon eine ganze Lade voll Leinen zusammengesponnen gehabt. Weil aber ihre eigene Tochter so faul war und keinen rechten Faden zuwege gebracht hat, war ihre Lade noch ganz leer. Der Mann hat wohl gesehen, dass er einen Fehlgriff getan hatte. Aber was konnte er noch daran ändern? Nichts! Am Abend, wenn die Burschen die Dorfstraße hinauf und hinunter spaziert sind und gesungen haben und die Mädchen im Hof am Brunnen gesessen haben oder auf der Bank vor dem Haus, da hat das schöne Mädchen immer gesponnen, Fäden wie Seide so fein, und das faule hat dagesessen und hat nur ein Geknuttel zuwege gebracht. Die Burschen hatten nur ein Auge für das schöne Mädchen und zwinkerten ihm zu, und das schwarze – sie sagten die schwarze Hexe – haben sie nicht einmal angeschaut.

Märchen erzählen lernenDa wurde auch die neidisch und böse und stieß so gegen das Spinnrad, dass das Mariele sich gestochen hat und die Kunkel rot war von Blut. Und wie es sie abwaschen will, da ist die Kunkel in den Brunnen gefallen. Dann hat es geschrien, dass die Mutter herausgelaufen kam und die auch über das arme Mariele hergefallen ist und gesagt hat: »Du holst die Kunkel aus dem Brunnen, und wenn du sie nicht reichen kannst mit der Hand, setzt du dich in den Schöpfeimer, und ich lasse dich an der Kette hinunter.«

Da hat das Mariele in den tiefen Brunnen geschaut, und da hat es auf dem Wasserspiegel die Sterne so hell glitzern sehen, wie sie am Himmel stehen, und es hat keine Angst mehr gehabt und hat sich in den Schöpfeimer gesetzt, und die böse Frau und die böse Tochter haben die Kette vom Wellenbaum hinuntergelassen, und auf einmal ist ihnen der Griff aus der Hand gefahren, und der Schöpfeimer ist tiefer und tiefer in den Brunnen hinuntergefahren bis auf den Grund.

Da sieht das Mädchen auf einmal ein breites Tor vor sich. Es steigt aus, geht durch das Tor, das aus lauter roten Felsen gewesen ist, und steht auf einer Wiese mit vielen wunderschönen Blumen. Das Mädchen ist weitergelaufen, und es hat sich ihm ein dicker, alter Apfelbaum in den Weg gestellt. Da haben die schönsten rotbackigen Äpfel drauf gehangen, und sie haben gerufen: »Schüttel uns, schüttel uns ab. Wir sind schon überzeitig!«

Unser Mariele, nicht faul, stemmt sich gegen den Apfelbaum, krabbelt auf den ersten Ast, stellt sich in die Gabel und schüttelt, schüttelt aus Leibeskräften, bis alle Äpfel heruntergefallen sind. Dann hat es sie im Gras zusammengesucht und hat sie auf einen Haufen gelegt. Dann ist das Mariele weitergegangen. Da steht eine rotscheckige Kuh vor ihm und brüllt: »Melk mich! Melk mich! Ich kann meine Milch nicht mehr halten.« Das Mariele nimmt den Eimer, der da steht, schürzt sich seinen Rock auf, setzt sich unter die Kuh und melkt sie. Wie es jetzt noch ein Stück weitergekommen ist, da steht mitten auf der Wiese ein Backofen vor ihm, und das Brot schreit: »Zieh uns heraus, zieh uns heraus, sonst verbrenn ich!« Und das Mariele nimmt die Ofenschieß, die da vor dem Backofen liegt, und hantiert damit wie ein Bäcker und nimmt einen Laib Brot nach dem anderen heraus und stellt sie nebeneinander auf und geht weiter.

Märchentherapie

Jetzt gewahrt das Mariele ein kleines Haus, geht drauf zu und sieht eine alte Frau davor sitzen, die spinnt goldene Fäden, wie Spinngewebe so fein, wie das Mariele noch keine gesehen hat. Da bleibt es stehen und kann kein Auge mehr von dem Gespinst wenden, und die Alte sagt zu ihm: »Du kommst mir gerade recht! Willst du bei mir bleiben? Es soll dich dein Lebtag nicht gereuen! Ich will dir zeigen, wie man alles profitlich macht, und zu essen sollst du haben, Herz, was begehrst du? Nur eines musst du machen, sooft ich es dir auftrag‘! Die Betten musst du schütteln, dass die Daunen wie Schneeflocken fliegen! Dann schneit es auf der Welt!« Das Mariele sagt: »Ich will alles gerne machen, wie Ihr es haben wollt. Aber wie heißt Ihr denn, und wie muss ich Euch nennen?« – »Ich bin die Hollerfrau«, hat sie gesagt und hat das Mariele ins Haus geführt.

Das Mariele war anstellig und fleißig, so dass die Hollerfrau ihre Freude an ihm gehabt hat. So ist ein Jahr herumgegangen. Da hat das Mariele Heimweh bekommen und hat sich Sorgen gemacht um seinen Vater und ist oft mit roten Augen herumgegangen. Das hat die Hollerfrau gesehen, und weil sie ein gutes Herz gehabt hat, sagte sie zu dem Mariele: »Du hast mir treu und ehrlich gedient. Du sollst deinen Lohn dafür haben. Zuerst nimm hier das Säckchen voll Flachssamen und säe ihn auf den Acker an deines Vaters Haus. Der Samen wird zu Goldkörnern, wenn du das tust und fleißig weiterspinnst.«

Das Mariele bedankte sich, schnürte sein Bündel und ging heimwärts, so wie es herwärts gekommen war. Es kam wieder auf die Wiese mit den vielen Blumen und an das große Felsentor. Da schaute es sich noch mal nach dem Häuschen und der guten alten Hollerfrau um. Und wie das Mariele unter dem Felsentor steht, da fällt ein warmer Regen auf es nieder, und wie es an sich herunterlugt, da sind seine Kleider, seine Schuhe, seine Strümpfe aus lauterem Gold und auch sein Haar, das wie ein goldener Mantel um es lag. Das Mädchen kam aus dem Staunen nicht heraus! Schon war es auf dem Brunnengrund, und da rasselte die Kette mit dem Schöpfeimer herunter. Mein Mariele hinein und der Schöpfeimer mit ihm in die Höhe, es springt auf den Brunnenrand, hüpft hinunter, springt gegen das Haus, und wie es am Misthaufen vorbeikommt, da ruft der Hahn und schlägt mit seinen Flügeln: »Kikeriki, Kikeriki, unsere Goldmarie ist wieder hie!« Das Mariele stürmt in das Haus, am Hollerbuschen vorbei, in die Küche und findet dort den Vater und die Vatersfrau und die schwarze Marie. Die schlagen die Hände überm Kopf zusammen und wissen nicht, was sie sagen sollen, und es muss alles erzählen und sein Säckchen mit den Flachssamen zeigen.

Märchen von himmelhohen BäumenJetzt sagt die schwarze Marie, dass sie es auch so machen will. Sie wirft ihre Spindel in den Brunnen und springt ihr nach, und alles geht, wie es der Goldmarie ergangen ist. Aber das Mädchen melkt die Kuh nicht und schüttelt die Äpfel nicht und zieht das Brot nicht aus dem Backofen, und alle rufen ihm nach: »Sollst Glück haben!« Es kommt vor das Häuschen. Dort sitzt die Hollerfrau und spinnt einen Faden, aber einen dicken und schwarzen. Das Mädchen verdingt sich ihr. Alles geht gut in den ersten Tagen, aber dann war ihm das Bettenschütteln zuviel, dann hat es keine Stube auskehren wollen, und ganz bald hat die Hollerfrau zu ihm gesagt: »Du kannst wieder heimgehen, dein Lohn soll sein wie deine Arbeit.« Und die Hollerfrau gab ihm ein Säckchen mit Distelsamen und hat zu ihm gesagt: »Säe den auf den Acker, den deine Mutter dir hinterlässt.«

Das Mädchen ist den gleichen Weg heimgegangen, wie es gekommen ist, und wie es unter dem Tor steht, da fällt ein schwerer heißer Regen auf es, und wie es an sich hinunterschaut, da war es über und über mit Pech bedeckt. Es hat geglaubt, im Brunnen könnt“ es das Pech wieder abwaschen. Aber nein! Wie das Mädchen am Mist vorbeikommt, da kräht der Hahn: »Kikeriki, Kikeriki, unsere schwarze Pechmarie ist wieder hie!« Und wie es am Hollerbuschen vorbeigeht, da fallen alle Blätter herunter; wie es in die Küche tritt, da ist die Mutter so erschrocken, dass sie kreideweiß geworden ist wie die Wand und aufgeschrien hat und umgefallen ist und tot war.

Die Goldmarie hat Mitleid gehabt mit der Pechmarie und hat sie bei sich behalten und ihr eine Kammer angewiesen, die auf den Garten zu ging hinter dem Haus. Da hat nun die Pechmarie gesessen bis an ihr Lebensende, denn unter die Leute konnte sie ja nicht mehr gehen. Und wie sie ihren Samen gesät hat, da war alles voller Disteln, und der Goldmarie ihr Samen, der hat in heller, himmelblauer Blüte gestanden, und es hat einen Flachs gegeben, wie weit und breit kein Flachsacker zu sehen war. Die Goldmarie hat aus dem Flachs den feinsten Faden gesponnen und hat sich eine große Lade voll Linnen zusammengesponnen, und wie eines Tages der reichste Bauer gekommen ist und um die Hand der Goldmarie angehalten hat, da hat der alte Kohlenbrenner seinen Segen dazu gegeben.

Und wie der Hollerbusch wieder Blüten getrieben hat, da ist die Hochzeit gewesen, und es war das schönste Paar, das man weit und breit eh und je gesehen hat. Die Goldmarie ist auf den großen Bauernhof gezogen, hat weiter ihren Flachs angebaut und hat an den Winterabenden weitergesponnen. Den Vater haben sie mitgenommen und haben der Pechmarie das Häuschen gelassen. Und wenn die Pechmarie einmal aus dem Fenster gelugt hat, da sind die Kinder fortgelaufen aus Angst vor der schwarzen Hexe. Rund um das Häuschen sind die Disteln gewachsen, und die Pechmarie hat nie mehr Herr werden können darüber bis an ihr Lebensende.

Märchen von BüschenDen Hollerbuschen hat der Kohlenbrenner ausgegraben und mitgenommen, und wie die Goldmarie Kinder bekommen hat, da haben die darunter gespielt, und die Goldmarie und ihr Mann, die Kinder und der Vater haben glücklich zusammen gelebt, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie halt heutigentags noch!

Die Hollerfrau. Märchen aus Lothringen

Dieses Märchen wurde 1938 von Frau Augustine Göster, der wandelnden Ortschronik, erzählt. Sie war besonders bewandert in der Melusinen-Sage die auf der Lützelburg spielt.

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Mehr schöne Frau-Holle Märchen
finden Sie in dem Büchlein:
Die Lebensgesichter der Frau Holle.

Die Lebensgesichter der Frau Holle

Inhalt des Büchleins:
Die vielen Gesichter von Frau Holle.
Kleine Einführung zu den Frau Holle Märchen
von Jean Ringenwald
* Frau Holles Wundergarten
* Die Haulemutter und die Brautkrone
* Goldtöchterchen und Pechmagd
* Frau Holle (Urfassung)
* Die Schöne und die Häßliche
* Die dreizehnte Kammer
* Die weise Alte und das Lebenswasser
* Die ungleichen Brüder
* Der Hollewagen
* Der Heimchenkönigin Überfahrt

Hier können Sie dieses Büchlein bestellen:
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Lernen Sie die Ausbildungen kennen,
die das Märchen zur Grundlage haben:

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FEST DER GEBURT DES LICHTES.

FEST DER GEBURT DES LICHTES,
DES LEBENS und DER LIEBE

Licht-Mandala

Seit uralten Zeiten feiern die Menschen, um  die Winter-Sonnen-Wende,
das FEST DER GEBURT:
– DES LICHTES in der Finsternis,
– DES neuen LEBENS
– und DER LIEBE in jedem Herzen.

Jede Geburt, jeder Anfang und jeder Ursprung verbirgt ein himmlisches Geheimnis und ein großartiges Wunder. Dies erleben wir immer wieder im Leben, wie im Alltag und könnte (und sollte) uns Anlass geben, uns darüber zu besinnen, denn darin liegt große Kraft, Innigkeit und Freude, die wir im Stress des Alltags gut gebrauchen könnten.

So würde es uns viel bringen, wenn wir uns in dieser Zeit, oder auch zu anderen Zeiten, Momente der Ein-Kehr, der Besinnung und der Kräftigung gönnen.

Jeder neue Tag ist ja eine neue Geburt zum LICHTE, zum LEBEN und zur LIEBE und gibt Anlass zum neuen, besseren und nachhaltigen Ergreifen.

Wie kann ich dies im Alltag erleben?

Es genügt dazu in die Ruhe zu gehen, die Gegenwart des Aller-Innersten zu fühlen und diese großen Werte des Lebens in Gedanken und im Bilde zu betrachten, im Herzen zu bewegen und daraus Impulse für den Alltag und den Beruf zu schöpfen.

In den folgenden Schriften und Kursen, Coachings und Trainings, Ausbildungen und Seminaren, finden Sie tief gehende Inhalte, Anregungen und Verwirklichungs-Möglichkeiten.

Greifen Sie doch gleich nach den „Lebens-Hilfen“,
von denen die wir Ihnen  einige vorstellen, die Ihnen zusagen
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oder stöbern Sie einfach im Shop herum und finden Sie selbst,
was Ihrem Bedarf oder Ihren Wünschen entspricht:
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Lebe die Vollkommenheit Deines Lebens:
Die 12 Weihnachts-Tage

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Finde die Kraft des Lebens
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Paket für Ihr märchenhaftes, lichtvolles und erfülltes Leben!
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Erfülltes Leben
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Erfülltes Leben, Kurs in 21 Schritten

 

 

 

 

 

 

 

Märchenhaft leben in Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit
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Heilkraft der 7 Urbilder
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Die Heilkraft der 7 Urbilder des Märchens

 

 

 

 

 

Märchen erzählen lernen
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Märchen erzaehlen lernen

 

 

 
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