Die schöne Königstochter im Garten. Märchen

Die schöne Königstochter im Garten

Mit Märchen zu sich selbstLieben Sie auch die blühenden Gärten mit ihren Blumen aller Arten, den prächtigen Bäumen die im Herbst üppig beladen sind mit den süßen und saftigen Früchten? Im folgenden Märchen ist die Mutter von drei Burschen in großer Not und die Söhne wollen ihr bestes tun um Abhilfe zu schaffen. Sie finden einen Garten . . . Aber lesen Sie selbst wie sich alles zugetragen hat:

Eine arme Frau hatte drei Söhne und keinen Mann und auch nichts zu essen, und das tat ihr so weh, dass sie meinte, das Herz im Leibe müsste ihr zerspringen vor lauter Jammer und Not, und sie setzte sich hin und weinte bittere Tränen. Als die drei Söhne das sahen, tat es ihnen leid, und der älteste sprach zu seiner Mutter:

»Mutter, gib mir einen Kuchen,
 flick mir meine Hosen,
 ich will auf Reisen gehn.«

Da gab ihm die Mutter einen Kuchen und flickte ihm seine Hose, und er ging weg und kam in einen großen Wald; und darin ging er immer weiter und weiter, bis es stockdunkel geworden war. Da kletterte er auf einen hohen Baum und sah, wie von fern ein ganz kleines Lichtlein schimmerte; auf das Lichtlein ging er zu und wanderte die ganze Nacht; und als es Morgen geworden war, da stand er vor einem wunderschönen Schlosse, das glänzte, als wenn es von lauter Diamanten gewesen wäre. Weil das Tor nun offen stand, ging er hinein und kam in einen Garten;

aber der war so schön, oh, so schön, wie noch kein Mensch in der ganzen Welt einen gesehen hatte. Wo er nur hinschaute, da standen Blumen und Bäume mit Äpfeln und Birnen und goldenen Nüssen, und er hatte so große Freude daran, dass er immer weiter fortging, bis er an das Ende kam; da sah er eine Königstochter sitzen, die war von so großer Schönheit, dass er im ersten Augenblick glaubte, es wäre ein Engel aus dem Himmel. Er zog höflich sein Käpplein und sprach: »Gott grüß Euch, schöne Jungfrau!« – »Schönen Dank«, antwortete die Königstochter. »Aber sage mir nun auch, was dir am besten gefällt in meinem Garten.« Darauf antwortete der Älteste: »Ach, schöne Jungfrau, das sind die lieben Blümelein.« – »Ei, du dummer Tölpel«, sprach die Königstochter, »weißt du nichts Schöneres, dann, marsch, fort mit dir in den Keller!« und damit nahm sie ihn beim Kragen und setzte ihn in den Keller.

Als der Älteste nun nicht wiederkehrte, da sprach der zweite zu seiner Mutter:

»Mutter, gib mir einen Kuchen,
 flick mir meine Hosen,
 ich will auf Reisen gehn.«

Da gab ihm die Mutter einen Kuchen und lappte ihm seine Hose, und er zog fort, immer weiter bis in den großen Wald und endlich bis an das Schloss; da ging er rundherum in dem Garten, bis er an die Laube kam, wo die schöne Königstochter saß. »Gott grüß Euch, schöne Jungfrau«, sprach er. »Schönen Dank«, antwortete die Königstochter. »Aber sage mir nun auch, was dir in meinem Garten am besten gefällt.«
Darauf antwortete der zweite: »Ach, schönste Jungfrau, das sind die roten Äpfel und die gelben Birnen und die goldenen Nüsse.« »Ei, du dummer Tölpel«, sprach da die Königstochter, »weißt du nichts Besseres, dann, marsch, sofort mit dir in den Keller.« Und sie fasste ihn am Kragen und setzte ihn in den Keller.

Als der zweite nun auch nicht zurückkehrte, da beschloss der Jüngste, sein Glück zu versuchen, und er sprach zu seiner Mutter denselben Vers wie seine Brüder. Da gab ihm die Mutter einen Kuchen und lappte seine Hose, und er zog aus und kam gleichfalls in den Wald und an das glänzende Schloss. Er verwunderte sich über die Maßen ob der schönen Blümelein und der lachenden Früchte, bekam auch wohl Lust, einmal davon zu kosten, doch bezwang er sich und ging immer fort, bis er von ferne die Königstochter erblickte. »Nein«, sprach er da zu sich selbst, »ein so schönes Mädchen habe ich doch in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen«, und er zog sein Käpplein und trat ihr näher und grüßte sie höflich: »Gott grüß Euch, schöne Jungfrau!« – »Schönen Dank«, entgegnete die Königstochter; »aber sage mir doch, was dir in meinem Garten am besten gefällt.« – »Ach, das seid Ihr, schöne Jungfrau, denn neben Euch sieht man keine Blümelein und keine Äpfel und nichts«, sprach der Jüngste schnell.

Da fiel die Königstochter ihm um den Hals und sprach: »Du bist mein und ich bin dein und du bist mein lieber Mann«, und sie führte ihn in das Schloss, und am andern Tage wurde die schöne Königstochter seine Frau, und sie lebten zufrieden und glücklich miteinander. Die beiden Brüder holten sie aus dem Keller und schickten sie eilends nach Haus.

Märchen aus Siebenbürgen

Fragen zum Märchen,
die Ihnen Freude machen sollen sie zu beantworten
und deren Botschaften Ihr Leben bereichern können:

* Hätten Sie einen solchen Garten,
was wäre für Sie das Schönste?

* Wagen Sie es,
das Aller-, Allerschönste was es in diesem Garten gibt, anzusprechen?

* Wenden Sie sich diesem Allerschönsten zu,
stellen Sie es sich bildhaft vor.

* Welche Energie strahlt es aus?
Lassen Sie dieser Schönheit Goldenes Licht
aus Ihrem Herzen zufließen.

* Lassen Sie das Bild aufkommen
von dem folgenden Märchenzitat:

Da fiel die Königstochter ihm um den Hals und sprach:
“Du bist mein und ich bin dein
und du bist mein lieber Mann.”

Fühlen Sie die Energie, die von diesem Bilde ausgeht
und nehmen Sie diese in sich auf,
atmen Sie sie immer wieder ein,
bis in die Füße.

Die Liebe von der hier im Märchen gesprochen wird, ist die höchste,
die nach der erotischen und der brüderlichen Liebe kommt,
die allumfassende Liebe.

Noch mehr Märchen finden Sie in der Rubrik Märchen:
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Wie Sie mit Märchen Ihr Leben in Harmonie bringen können
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Eine Auswahl schöner und inhaltsvoller Märchen-Bücher
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Das Märchen: Die 3 Orangen.

Das Märchen: Die 3 Orangen

Märchen: die 3 Orangen

Wir reisen heute mal in Gedanken nach Italien, dorthin, wo es wunderschöne Gärten mit herrlichen Bäumen gibt. Ein Orangenbaum mit seinen herrlich duftenden Blüten und den saftigen Früchten zieht uns ganz besonders an, denn in den Früchten verbirgt sich eine Überraschung. Welche? Das erzählt uns das Märchen:

Es war einmal ein Königssohn gar frisch und frohgemut. Als er herangewachsen war, wollte er sich eine Braut suchen, doch er wollte nur eine, die nicht von einer gewöhnlichen Mutter geboren war. Eine solche aber war im ganzen Reiche nicht zu finden; also beschloss er, in die weite Welt zu ziehen. Er nahm nichts mit sich als drei Laib Brot und den Segen seines greisen Vaters. «Wenn du die Jungfrau gefunden hast, komm rasch heim und sage es mir, damit wir euch das Hochzeitsfest bereiten», sprach der alte König.

Der Königssohn wanderte lange Zeit; endlich kam er an einen Kreuzweg und wusste nicht, in welche Richtung er weitergehen sollte. Saß da ein alter Mann, der konnte kaum mehr sehen und hören und bat um eine milde Gabe. Der Königssohn schenkte ihm einen Brotlaib, da erhob sich der Alte und sprach: «Nun kann ich dir auch zu Diensten sein, sage mir, was du suchst». Der Königssohn erzählte ihm sein Begehr und der Alte sagte: «Da bist du schon auf dem rechten Wege, gehe nur geradeaus, und du wirst an ein großes Schloss kommen, das von einem wilden, mächtigen Löwen bewacht wird. Wenn er auf dich losspringt, sei ohne Furcht und wirf ihm einen Laib Brot in den Rachen, so wird er dir nichts tun. Gehe getrost an ihm vorbei, so öffnet sich das Tor von selbst. In dem Saale findest du drei Orangen, und wenn du eine öffnest, wird dir daraus eine schöne Jungfrau entgegenkommen. Sorge nur, dass sie gleich einen Trunk Wasser erhält, sonst verwelkt sie so rasch, wie sie erblühte.»

Der Königssohn dankte dem alten Mann für seinen Rat und zog weiter. Er kam an das Schloss, und brüllend sprang ihm der wilde Löwe entgegen. Da warf er ihm den zweiten Laib Brot in den Rachen, und der Löwe legte sich friedlich zu seinen Füssen nieder. Das Tor sprang auf, und er betrat den Saal. Rasch öffnete er die erste Orange, da entstieg ihr eine zarte Gestalt, doch ehe er sich noch umdrehen konnte, Wasser zu holen, war sie dahingewelkt, so schnell, wie sie erblüht war. Voll Ungeduld öffnete er die zweite Orange, und wieder erblühte ihm ein schönes Mädchen, doch da er kein Wasser bereit hatte, verging sie wie die erste.

Märchen Die 3 OrangenNun war nur noch eine Orange übrig, und der Königssohn sah sich nach Wasser um, um es rechtzeitig zur Hand zu haben, ehe er noch die Frucht öffnete. Da erblickte er neben dem Schlosse einen Teich, der von hohen Pappeln umstanden war. Dorthin trug er die dritte Orange, legte sie ans Ufer und öffnete sie. Eine holdselige Jungfrau, schöner noch als die beiden anderen, erstand vor seinen Augen. Eilig bückte er sich und gab ihr Wasser aus dem Teich zu trinken, da trat sie lebendig auf ihn zu, lächelte und reichte ihm die Hand.

Freudig wandelten sie zusammen am Teich entlang, doch dann sprach der Königssohn: «Warte hier auf mich, Liebste, dass ich zu meinem Vater eile und er uns das Hochzeitsfest bereite. Steige indessen hier auf diesen Baum und harre meiner, bis ich wiederkomme.» – «Bleib nur nicht zu lange», sprach sie, «mir ist bange so allein.» Sie erstieg eine Pappel und barg sich in ihren Zweigen.

Eilends machte sich der Königssohn auf den Weg, doch der war weit, und als es Abend wurde, ward er so müde, dass er sich auf einem Stein niederließ und dort einschlief. Indessen kam eine böse Zauberin an den Pappelteich geschlichen, im Spiegel des Teiches erblickte sie das Mädchen in den Zweigen. «Komm doch herunter vom Baume, schöne Jungfrau», rief die Alte, «komm, ich will deine goldenen Haare kämmen, dass sie erglänzen im Mondlicht, wenn dein Königssohn dich holen kommt.» Arglos stieg das Mädchen herab, doch kaum berührte der Kamm der Zauberin ihr Haar, da ward sie verwandelt in eine weiße Taube, die flog auf und sang:

Leise, leise, leise, gebannt im Zauberkreise. Ward ein weißes Vögelein, wo mag wohl mein Liebster sein? Leise, leise, leise, gebannt im Zauberkreise.

Märchen Die 3 OrangenDie Hexe setzte sich lachend selbst auf dem Baum zurecht, die Taube aber flog hin zu dem Königssohn, der fest schlief, umkreiste ihn und sang ihr Lied in seinen Traum: «Leise, leise, leise …» Da erwachte er, das Täubchen war verschwunden, aber ihn trieb es, eilig umzukehren zu seiner Braut, als sei sie in Gefahr.

Als er an den Teich kam, erschrak er über die sonderbare Gestalt, die da in den Zweigen hockte. Sie aber kreischte ihm entgegen: «Was weiltest du so lange und ließest mich hier alleine sitzen! Nebel hat meine Stimme ganz rauh gemacht, vom Wind sind meine Augen rot geworden, von der Kälte ist meine Haut geschrumpft und vertrocknet. Du bist schuld, rasch hole mich herunter, bring mich in dein Schloss und wärme mich!» Der Königssohn war sehr bekümmert über die traurige Verwandlung, die mit seiner schönen Braut vor sich gegangen war. Doch reichte er der Zauberin die Hand und machte sich langsam auf den Heimweg.

Beim Morgenrot umkreiste eine weiße Taube die beiden, leise singend. Wütend wollte die Hexe sie verjagen, schlug nach ihr und schrie: «Jag‘ es doch weg, das lästige Tier, ich kann sein Singen nicht leiden!» Der Königssohn aber empfand Mitleid mit dem Vögelein. «Es mag hungrig sein», sagte er, nahm seinen letzten Laib Brot und streute ihn als Krümchen auf den Weg. Gleich ließ sich das Tierlein herab, sie aufzupicken und der Königssohn strich ihm zärtlich über sein Köpfchen. Da fühlte er etwas Hartes und zog einen Kamm heraus. Im selben Augenblick war die Taube verschwunden, und seine Braut stand vor ihm, jung und schön, wie sie zuvor gewesen.

Die Zauberin jedoch ward in einen Nachtvogel verwandelt, der flog kreischend hinter die Pappeln und ward nie mehr gesehen.

Da führte der Königssohn die schöne Jungfrau heim zu seinem Vater, und die Hochzeit ward in Pracht und Herrlichkeit gefeiert.

Die drei Orangen. Italienisches Märchen

Märchen Die 3 OrangenSo fand der Königssohn seine Braut, die nicht von einer gewöhnlichen Mutter geboren worden war, wie er es sich gewünscht hatte. Vertraue auch Du auf Deine Herzenswünsche und verwirkliche sie.

Einen zufriedenen, schönen Tag und eine märchenhafte Woche

wünscht Euch

Monika vom Märchen- und Lichtberg

 

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