König der Vögel. Weisheits-Geschichte

König der Vögel

Der König der Vögel

Wird sich der Adler daran erinnern, dass er der König der Lüfte ist?
Die folgende Geschichte erzählt von dem Ereignis:

Ein Mann ging in den Wald und fand ein Adlerjunges, das aus dem Nest herausgefallen war. Er nahm den jungen Adler mit nachhause und steckte ihn in den Hühnerstall zu den Hennen, Enten und Truthühnern. Und er gab ihm Hühnerfutter zu fressen, obwohl er ein Adler war, der König der Vögel.

Nach fünf Jahren erhielt er den Besuch eines naturkundigen Mannes. Und als sie miteinander durch den Garten gingen, sagte der: „Dieser Vogel dort ist kein Huhn, er ist ein Adler!“

„Ja“, sagte der Mann, „das stimmt. Aber ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn, auch wenn seine Flügel 3 Meter breit sind.“ „Nein“, sagte der andere. „Er ist
immer noch ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers. Und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die Lüfte.“ „Nein, nein“, sagte der Mann, „er ist jetzt ein richtiges Huhn und wird niemals fliegen.“

Darauf beschlossen sie, eine Probe zu machen. Der naturkundige Mann nahm den Adler, hob ihn in die Höhe und sagte beschwörend:“Der du ein Adler bist, der du dem Himmel gehörst und nicht dieser Erde: Breite deine Schwingen aus und fliege!“

Erfülltes LebenDer Adler saß auf der hochgereckten Faust und blickte um sich. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken, und er sprang zu ihnen hinunter. Der Mann sagte: „Ich habe dir gesagt, er ist ein Huhn!“ „Nein“, sagte der andere, „er ist ein Adler. Versuche es morgen noch einmal!“

Am anderen Tag stieg er mit dem Adler auf das Dach des Hauses, hob ihn empor und sagte: „Adler, der du ein Adler bist, breite deine Schwingen aus und fliege!“ Aber als der Adler wieder die scharrenden Hühner im Hofe erblickte, sprang er abermals zu ihnen hinunter und scharrte mit ihnen.

Das sagte der Mann wieder: „Ich habe dir gesagt, er ist ein Huhn!“ „Nein“, sagte der andere, „er ist ein Adler, und er hat immer noch das Herz eines Adlers. Lass es uns noch ein einziges Mal versuchen; morgen werde ich ihn fliegen lassen!“

Am nächsten Morgen erhob er sich früh, nahm den Adler und brachte ihn hinaus aus der Stadt, weit weg von den Häusern an den Fuß eines hohen Berges. Die Sonne stieg gerade auf, sie vergoldete den Gipfel des Berges, jede Zinne erstrahlte in der Freude eines wundervollen Morgens.

Er hob den Adler hoch und sagte zu ihm: „Adler, du bist ein Adler. Du gehörst dem Himmel und nicht der Erde. Breite deine Schwingen aus und fliege“:

Der Adler blickte umher, zittert, als erfülle ihn neues Leben – aber er flog nicht.

Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen. Und plötzlich breitete er seine gewaltigen Flügel aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers, flog höher und höher auf die Sonne zu und kehrte nie wieder in den Hühnerstall zurück.

Der Adler, der nicht fliegen wollte, von James Aggrey

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Der Adler hat sich dem Licht zugewandt und es hat ihn an seine wahre Natur erinnert.
Auch der Mensch hat mehr zur Verfügung als seinen Körper, denn er hat auch noch ein seelisches und geistiges Leben.
Um sich zu erinnern, dass seine Seele ein strahlendes Licht zur Verfügung hat
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Die Kristallkugel. Märchen

Die Kristallkugel

Die Kristallkugel. MärchenDieses recht unbekannte und schöne Märchen fasziniert durch die 4 Elemente die dem Märchenhelden begegnen. Wie er seine Aufgabe meistert und die Prinzessin erlöst, davon erzählt dieses Märchen.

Es war einmal eine Zauberin, die hatte drei Söhne, die sich brüderlich liebten; aber die Alte traute ihnen nicht und dachte, sie wollten ihr ihre Macht rauben. Da verwandelte sie den ältesten in einen Adler, der musste auf einem Felsengebirge hausen, und man sah ihn manchmal am Himmel in großen Kreisen auf- und niederschweben.

Den zweiten verwandelte sie in einen Walfisch, der lebte im tiefen Meer, und man sah nur, wie er zuweilen einen mächtigen Wasserstrahl in die Höhe warf. Beide hatten nur zwei Stunden jeden Tag ihre menschliche Gestalt.

Der dritte Sohn, da er fürchtete, sie möchte ihn auch in ein reißendes Tier verwandeln, in einen Bären oder einen Wolf, so ging er heimlich fort. Er hatte aber gehört, dass auf dem Schloss der goldenen Sonne eine verwünschte Königstochter säße, die auf Erlösung harrte: es müsste aber jeder sein Leben daran wagen, schon dreiundzwanzig Jünglinge wären eines jämmerlichen Todes gestorben und nur noch einer übrig, dann dürfte keiner mehr kommen. Und da sein Herz ohne Furcht war, so fasste er den Entschluss, das Schloss von der goldenen Sonne aufzusuchen.

Er war schon lange Zeit herumgezogen und hatte es nicht finden können, da geriet er in einen großen Wald und wusste nicht, wo der Ausgang war. Auf einmal erblickte er in der Ferne zwei Riesen, die winkten ihm mit der Hand, und als er zu ihnen kam, sprachen sie: „Wir streiten um einen Hut, wem er zugehören soll, und da wir beide gleich stark sind, so kann keiner den andern überwältigen; die kleinen Menschen sind klüger als wir, daher wollen wir dir die Entscheidung überlassen.“ „Wie könnt ihr euch um einen alten Hut streiten?“ sagte der Jüngling. „Du weißt nicht, was er für Eigenschaften hat, es ist ein Wünschhut, wer den aufsetzt, der kann sich hinwünschen, wohin er will, und im Augenblick ist er dort.“

„Gebt mir den Hut“, sagte der Jüngling, „ich will ein Stück Wegs gehen, und wenn ich euch dann rufe, so lauft um die Wette, und wer am ersten bei mir ist, dem soll er gehören.“ Er setzte den Hut auf und ging fort, dachte aber an die Königstochter, vergaß die Riesen und ging immer weiter.

Einmal seufzte er aus Herzensgrund und rief: „Ach, wäre ich doch auf dem Schloss der goldenen Sonne!“ Und kaum waren die Worte über seine Lippen, so stand er auf einem hohen Berg vor dem Tor des Schlosses.

Licht im Haus bringt Glück
Er trat hinein und ging durch alle Zimmer, bis er in dem letzten die Königstochter fand. Aber wie erschrak er, als er sie anblickte: sie hatte ein aschgraues Gesicht voll Runzeln, trübe Augen und rote Haare. „Seid Ihr die Königstochter, deren Schönheit alle Welt rühmt?“ rief er aus. „Ach“, erwiderte sie, „das ist meine Gestalt nicht, die Augen der Menschen können mich nur in dieser Hässlichkeit erblicken, aber damit du weißt, wie ich aussehe, so schau in den Spiegel, der lässt sich nicht irre machen, der zeigt dir mein Bild, wie es in Wahrheit ist.“ Sie gab ihm den Spiegel in die Hand, und er sah darin das Abbild der schönsten Jungfrau, die auf der Welt war, und sah, wie ihr vor Traurigkeit die Tränen über die Wangen rollten.

Da sprach er: „Wie kannst du erlöst werden? Ich scheue keine Gefahr.“ Sie sprach: „Wer die kristallne Kugel erlangt und hält sie dem Zauberer vor, der bricht damit seine Macht, und ich kehre in meine wahre Gestalt zurück. Ach“, setzte sie hinzu, „schon so mancher ist darum in seinen Tod gegangen, und du junges Blut, du jammerst mich, wenn du dich in die großen Gefährlichkeiten begibst.“

„Mich kann nichts abhalten“, sprach er, „aber sage mir, was ich tun muss.“ „Du sollst alles wissen“, sprach die Königstochter, „wenn du den Berg, auf dem das Schloss steht, hinabgehst, so wird unten an einer Quelle ein wilder Auerochs stehen, mit dem musst du kämpfen. Und wenn es dir glückt, ihn zu töten, so wird sich aus ihm ein feuriger Vogel erheben, der trägt in seinem Leib ein glühendes Ei, und in dem Ei steckt als Dotter die Kristallkugel. Er lässt aber das Ei nicht fallen, bis er dazu gedrängt wird, fällt es aber auf die Erde, so zündet es und verbrennt alles in seiner Nähe, und das Ei selbst zerschmilzt und mit ihm die kristallne Kugel, und all deine Mühe ist vergeblich gewesen.“
Der Jüngling stieg hinab zu der Quelle, wo der Auerochse schnaubte und ihn anbrüllte.

O Sonne meines Herzens
Nach langem Kampf stieß er ihm sein Schwert in den Leib, und er sank nieder. Augenblicklich erhob sich aus ihm der Feuervogel und wollte fortfliegen, aber der Adler, der Bruder des Jünglings, der zwischen den Wolken daherzog, stürzte auf ihn herab, jagte ihn nach dem Meer hin und stieß ihn mit seinem Schnabel an, so dass er in der Bedrängnis das Ei fallen ließ.

Es fiel aber nicht in das Meer, sondern auf eine Fischerhütte, die am Ufer stand, und die fing gleich an zu rauchen und wollte in Flammen aufgehen. Da erhoben sich im Meer haushohe Wellen, strömten über die Hütte und bezwangen das Feuer. Der andere Bruder, der Walfisch, war herangeschwommen und hatte das Wasser in die Höhe getrieben.

Als der Brand gelöscht war, suchte der Jüngling nach dem Ei und fand es glücklicherweise; es war noch nicht geschmolzen, aber die Schale war von der plötzlichen Abkühlung durch das kalte Wasser zerbröckelt, und er konnte die Kristallkugel unversehrt herausnehmen.

Als der Jüngling zu dem Zauberer ging und sie ihm vorhielt, so sagte dieser: „Meine Macht ist zerstört, und du bist von nun an der König vom Schloss der goldenen Sonne. Auch deinen Brüdern kannst du die menschliche Gestalt damit zurückgeben.“

Da eilte der Jüngling zu der Königstochter, und als er in ihr Zimmer trat, so stand sie da in vollem Glanz ihrer Schönheit, und beide wechselten voll Freude ihre Ringe miteinander.

Märchen der Brüder Grimm

Ausbildungen mit Märchen:

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Märchen erzählen lernen auf ganz natürliche Weise

Märchen erzählen lernen

Märchen erzählen lernenSicher lieben Sie Märchen und die schöne Stimmung die von ihnen ausgehen. Märchen schaffen Geborgenheit, Urvertrauen, bzw. Grundvertrauen in das Leben und den eigenen Lebensweg. Denn der Märchenheld erreicht immer sein Ziel und lebt zuletzt glücklich und zufrieden. Wünschen Sie sich das nicht auch für sich selbst und Ihre Kinder?

Das folgende Gedicht lässt durchblicken, was Sie von Märchen erwarten können:

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
sind Schlüssel aller Kreaturen,

wenn die, so singen oder küssen,
mehr als die Tiefgelehrten wissen,

wenn sich die Welt ins freie Leben
und in die Welt wird zurückbegeben,

wenn dann sich wieder Licht und Schatten
zu echter Klarheit werden gatten

und man in Märchen und Gedichten
erkennt die wahren Weltgeschichten,

dann fliegt vor Einem geheimen Wort
das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis

Märchen erzählen und dabei den Zuhörern in die Augen sehen

Gewiss ist Ihnen schon aufgefallen, dass Märchen, wenn sie frei erzählt werden, noch besser bei den kleinen und großen Zuhörern ankommen, als wenn man sie vorliest, (was auch schon sehr schön ist).

Sie können den Menschen in die Augen sehen und das ist sehr wertvoll, denn mit Märchen geben Sie wertvolle Lebensbotschaften Ihrem Publikum mit.

Ja, aber . . . .
das Märchen lernen!!!
In der Schule war das lernen von Gedichten schon so mühsam!

 

Märchen erzählen lernen in entspannter, festlicher Atmosphäre

Märchen erzählen lernen ohne Pauken, dafür mit Freude!

Eine einfache, aber sehr wirksame Methode

Märchen erzählen lernen muss nicht schwer sein. Mit der folgenden Bild-Lern-Methode, werden auch Sie merken, dass Sie erzählen können.

Zunächst stellen Sie die Freude, die Begeisterung und die Dankbarkeit für das Märchen und das Erzählen-dürfen her. Diese freudige, innere Haltung wird vie¬les leichter machen, besonders wenn sich Gleichförmigkeit und Langeweile einstellen wollen.
Das Lieblings-Märchen ist das Beste zum Beginnen, denn dazu haben Sie schon eine tiefere Verbindung.

Die Bild-Lern-Methode:

Lassen Sie sich das Märchen von jemandem schön und erzählerisch vorlesen, während Sie entspannt zuhören und sich ganz den Bildern widmen. Stellen Sie sich diese Märchenbilder vor, so deutlich, hell und farbig wie möglich. Widmen Sie sich nun den Bildern und Gefühlen, die in Ihnen auftauchen, und versuchen Sie nicht die Wörter zu behalten (alte Schulmeister-Methode!).

Sie können es sich auch selbst vorlesen, aber immer laut, denn das Märchen war nichts Geschriebenes, son-dern wurde durch das Wort mitgeteilt. Bemühen Sie sich, flüssig und erzählerisch die Märchen laut zu lesen.

Eine Aufnahme auf Hör-Kassette beim Vorlesen des Märchens kann ebenso eine Lern-Möglichkeit bieten.
Dann klappen Sie das Buch zu und erzählen das Mär-chen nach.

Lassen Sie die Bilder nach und nach wieder deutlich, klar und farbig auftauchen.

Widmen Sie sich am Anfang nur den Bildern, der passende, dichterische Wortlaut wird sich mit der Zeit selber einstellen, denn jeder Märchenerzähler ist auch ein Dichter.

Ebenso wird sich der Wortlaut der Brüder Grimm, für diejenigen, die wortgetreu nach den Brüdern Grimm erzählen wollen, einstellen.

Zunächst aber soll der Märchenerzähler ein Seher dieser Bilder werden, dann kann der Dichter sich wie von selbst offenbaren.

Diese sehende und fühlende Methode ist später der Garant, dass der Erzähler nicht in Eintönigkeit verfällt und nichts von der Geschichte vergisst.

Nach dem Nacherzählen

Nach dem Nacherzählen lassen Sie immer eine kurze
Nachklang-Pause. Danach sollten Sie sich nicht kritisch beurteilen.
Schauen Sie hauptsächlich das schon gut Gelunge¬ne an, das Positive in Ihrem Nach-Erzählen, und neh¬men Sie sich besonders vor, diese Eigenschaften zu steigern.

Dies ist unsere positive Methode, die sich sehr bewährt hat in Seminaren und Erzählschulungen, denn sie gibt Mut, bejaht die Ausgangsposition und ist aufbauend.

Nach dem Rückblick können Sie wieder laut lesen (oder vorlesen lassen) und sich noch intensiver die Bil¬der und besonders die Bewegungen vorstellen.

Dann wieder sehr bildhaft nacherzählen und hinter¬her wieder das Positive anschauen.

Wiederholen Sie diese Abfolge

Wiederholen Sie diesen Prozess jeden Tag 2- bis 3-mal, speziell vor dem Einschlafen und nach dem Auf-wachen, wenn Sie die Erlebnis- und Erinnerungskraft der Nacht nutzen wollen.

Morgens ist es besser mit dem Nacherzählen zu beginnen, denn die Nacht hat ihre bildschaffende Wir-kung hinterlassen, danach erst das Märchen laut lesen.

Üben Sie das Märchen, das Sie lernen, drei Wochen lang. Dies ist eine Lernzeit, in der man gut einen Inhalt „einverleiben“ kann. Später geht’s auch kürzer.

Und jetzt die Tat!

Nach ein bis drei Wochen Übung versuchen Sie bei jeder Gelegenheit ihr Märchen zu erzählen: den Kindern, dem Partner, den Freunden, Arbeitskollegen, bei Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln usw.

Hier gilt ein sehr wichtiger Grundsatz: Gehen Sie ständig auf Menschen zu, die für das Märchen ein Ohr haben!

Und bitte machen Sie sich nichts daraus, wenn man Ihnen „Nein“ sagt. Dieses hat meistens mit Ihrer Erzählkunst gar nichts zu tun, sondern lediglich mit dem Befinden der jeweiligen Person.

Also, auf geht´s zur Ausübung Ihrer errungenen Märchen-Erzähl-Kunst.

In der Ausbildung zur Märchen-Erzählerin, zum Märchen-Erzähler: Märchen erzählen lernen, wird diese lebendige Grund-Lern-Methode vertieft und ausgebaut, mit freilassenden Märchenbetrachtungen, der Erzählwerkstatt, künstlerischen Tätigkeiten, Licht- und Lebens-Training, Bilder-Reisen und Meditationen. Dies ermöglicht dann nicht nur, schöne Geschichten nachzuerzählen, sondern das, was man selbst tief erlebt und gefühlt hat, mit Wahrhaftigkeit, Begeisterung und Überzeugungskraft zu erzählen.

Ausführlicher Erlebnis-Kurs für das Märchen erzählen lernen zuhause:
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Märchen erzählen lernen

Hier erfahren Sie mehr über die individuelle Ausbildung zur Märchen-Erzählerin,
über das Märchen erzählen lernen. Klicken Sie bitte auf das Bild:
Märchenerzaehler Ausbildung

Märchenhafte, gute Zeit

wünscht Ihnen

Monika Zehentmeier
Mitausbilderin der Märchen-ErzählerInnen

P.S.: Hier noch ein Text als Geschenk:

Märchen erzählen.

Märchen erzählen:

die Träume des Lebens,

die Wege des Schicksals,

von den begleitenden Helfern,

die Werke des Geistes,

die Rückkehr zur Quelle,

die Findung des Schlüssels,

die Offenbarung des EINS-SEINS.

©  Jean Ringenwald

 

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Dornröschen, die Urfassung der Brüder Grimm

 Dornröschen

DornröschenDie Brüder Grimm haben das Märchen Dornröschen, nachdem die erste Auflage der Märchen der Brüder Grimm veröffentlicht war, noch bearbeitet. Und sie haben dadurch um einiges gewonnen, denn die Grimms haben sie sinnvoll ergänzt.

Jedoch fragt man sich gelegentlich, weshalb sie manches nicht übernommen haben, was in der ursprünglichen Fassung, die ihnen mündlich überliefert wurde, geändert haben.

Hier bekommst Du also das schöne Märchen vom Dornröschen, wie es ursprünglich erzählt wurde:

Ein König und eine Königin kriegten gar keine Kinder. Eines Tages war die Königin im Bad, da kroch ein Krebs aus dem Wasser ans Land und sprach: „Du wirst bald eine Tochter bekommen.“

Und so geschah es auch und der König in der Freude hielt ein großes Fest und im Lande waren dreizehn Feen, er hatte aber nur zwölf goldene Teller und konnte also die dreizehnte nicht einladen.

Die Feen begabten sie mit allen Tugenden und Schönheiten. Wie nun das Fest zu Ende ging, so kam die dreizehnte Fee und sprach: „Ihr habt mich nicht gebeten und ich verkündige euch, dass eure Tochter in ihrem fünfzehnten Jahr sich an einer Spindel in den Finger stechen und daran sterben wird.“ Die anderen Feen wollten dies so gut noch machen, als sie konnten, und sagten, sie sollte nur hundert Jahre in Schlaf fallen. 

Der König ließ aber den Befehl ausgehen, dass alle Spindeln im ganzen Reich abgeschafft werden sollten, welches geschah, und als die Königstochter nun fünfzehnjährig war und eines Tages die Eltern ausgegangen waren, so ging sie im Schloss herum und gelangte endlich an einen alten Turm. In den Turm führte eine enge Treppe, da kam sie zu einer kleinen Tür, worin ein gelber Schlüssel steckte, den drehte sie um und kam in ein Stübchen, worin eine alte Frau ihren Flachs spann. Und sie scherzte mit der Frau und wollte auch spinnen. Da stach sie sich in die Spindel und fiel alsbald in einen tiefen Schlaf.

Da auch in dem Augenblick der König und der Hofstaat zurückgekommen war, so fing alles im Schloss an zu schlafen, bis auf die Fliegen an den Wänden. Und um das ganze Schloss zog sich eine Dornhecke, dass man nichts davon sah.

Nach langer langer Zeit kam ein Königssohn in das Land, dem erzählte ein alter Mann die Geschichte, die er sich erinnerte von seinem Großvater gehört zu haben, und dass schon viele versucht hätten, durch die Domen zu gehen, aber alle hängen geblieben wären. Als sich aber dieser Prinz der Dornhecke näherte, so taten sich alle Dornen vor ihm auf und vor ihm schienen sie Blumen zu sein, und hinter ihm wurden sie wieder zu Dornen.

Wie er nun in das Schloss kam, küsste er die schlafende Prinzessin und alles erwachte von dem Schlaf und die zwei heirateten sich und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch.

Dornröschen Urfassung aus dem Jahre 1810

Vergiss das Beste nicht
Noch mehr Rosen-Märchen:
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/rosenmaerchen/
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/vergiss-das-beste-nicht/

 

Mehr wundervolle Märchen
findest Du in den folgenden Büchlein:

Grimms-Märchen: Die Gänsemagd, Bilderbuch
http://www.amazon.de/gp/product/392715430X
Verschiedene schöne Märchen von Frau Holle:
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/die-holundermutter-maerchen/
http://www.amazon.de/gp/product/3927154814
Märchen von Bäumen:
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/maerchen-von-baeumen/

http://www.amazon.de/gp/product/3927154415
Die Goldene Kugel: Ein Lebens-Märchen
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/maerchen-die-goldene-kugel/
http://www.amazon.de/gp/product/3927154326
Maruschka und die 12 Monate
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/maruschka-und-die-12-monate/
http://www.amazon.de/gp/product/3927154318

Märchen erzählen lernenWas Sie mit Märchen machen können:

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Naturmärchen. Der verborgene Stern. Leseprobe

Naturmärchen.

Naturmärchen. Der verborgene Stern

Naturmärchen

Liebst Du auch die Schönheiten der Natur? Freust Du Dich auch wenn die Natur grünt, blüht und reichlich Früchte trägt?

Vielleicht hast Du auch einen Busch in Deiner Umgebung, den Du ganz besonders bewunderst. Die Natur kann Geschichten erzählen. Und als ich einmal unter einem Schlehenbusch saß, da erzählte er mir das folgende Naturmärchen:

Ein junger Königssohn ritt durch den Wald, er war unterwegs, sich die Welt zu besehen. Da kam er an einer versteckten Lichtung vorbei – dort saß mit ihren Gespielinnen eine Prinzessin, die war so schön, dass man meinte, sie sei eine Sonne von der Strahlen ausgingen. Geblendet von ihrer Schönheit und ihrem Liebreiz blieb er wie angewurzelt stehen. Die Prinzessin schaute ihn freundlich an und lud ihn ein, bei ihnen Gast zu sein. Doch als er auch noch ihre freundliche warme Stimme hörte, war´s um ihn geschehen. Eilig ritt er davon und blieb erst wieder stehen, als der Wald weit hinter ihm lag.

Er stieg von seinem Pferd ab, setzte sich ins Gras und versuchte sich von diesem Erlebnis zu erholen. So etwas Vollkommenes hatte er noch nie gesehen; und zugleich überfiel ihn unendliche Sehnsucht nach ihr. Sein Herz wurde schwer, und er wusste nicht, wie er es anfangen sollte, seinem Stern, so nannte er die Prinzessin, zu begegnen.

Da stand plötzlich neben ihm . . .
Neues Naturmärchen erzählt von Monika Zehentmeier

Neue Naturmärchen

Es haben mir noch einige andere Büsche Märchen erzählt:
der Weißdorn
die Blaubeere
der Sanddorn
der Wacholder
die Brombeere
das Pfaffenhütchen
der Apfelbaum
und der Haselstrauch

Alle diese Naturmärchen erzählen von der Hilfe die sie den Menschen geben und dass sie es lieben zu helfen und zu erfreuen. Sie erzählen auch einiges von den Elementen der Natur und den Naturwesen.

Dieses Büchlein möchte ich Dir als NaturfreundIn ans Herz legen, es hat schon vielen Kindern und Naturfreunden große Freude gemacht. Es könnte dazu beitragen die Natur näher und freudiger zu betrachten und von ihr mit Vergnügen zu lernen. Es wird auf natürliche und freudige Weise die Aufmerksamkeit geschult, die Achtung der Natur und ihrer Wesen.
Wie schön ist es, wenn Eltern oder Großeltern ihrem Nachwuchs,
die Lehrer oder Pädagogen ihren Schützlingen,
Naturmärchen vorlesen oder erzählen können die die Natur lieben und bewahren helfen.

Übrigens: In der Märchenerzähler-Ausbildung, kann man lernen frei und von Herzen, also auf ganz natürliche Art, zu erzählen. So habe ich es auch gemacht und es wurde mir von den Leitern der Ausbildung geholfen meine Begabung des Märchen schreibens zu erkennen.

So sind die Naturmärchen von den Büschen entstanden.

DerTitel des Büchleins ist:
Der verborgene Stern, Märchen von Büschen.
http://www.amazon.de/gp/product/3927154911

Noch eine Buchempfehlung für Baum- und Naturfreunde:
Märchen von himmelhohen Bäumen:
http://www.amazon.de/gp/product/3927154415

Eine beglückende Zeit in und mit der Natur wünsche ich Dir von Herzen.

Märchenhafte Grüße sendet Dir,

Monika Zehentmeier

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Im zauberhaften Venedig. Märchen

Hallo liebe Märchen-Freunde!

Heute sollt Ihr was zu lachen haben! Dazu begeben wir uns in die märchenhafte Stadt Venedig mit ihren malerischen Kanälen, sehr prächtigen Palästen und hübschen Plätzen. In einem der alten Häuser, da lebten einmal . . . Also hört nun die Geschichte:

Im zauberhaften Venedig. Märchen

Im zauberhaften Venedig stand ein altes Haus, und dort lebten drei Frauen. Sie waren nicht mehr die jüngsten, die eine war 67, die zweite 75 und die dritte war gerade 94 Jahre alt geworden. Das Haus hatte einen großen Balkon, und auf dem saßen die drei Tag für Tag und blickten auf die Menschen, die dort entlanggingen. Einmal aber entdeckte die 94-jährige einen Jüngling, so wunderschön, dass ihr das Blut zu Herzen schoss. Er war aber nicht nur wunderschön, er war auch in Samt und Seide gekleidet, denn es war der Sohn des Dogen von Venedig. (Der Doge ist ein mächtiges Oberhaupt einer Provinz.)

„Was für ein wunderschöner Jüngling!“ seufzte also die 94-jährige, und schon träufelte sie ein gar liebliches Parfüm auf ein Seidentüchlein und warf es vom Balkon hinab, gerade als der wunderschöne Jüngling vorüber schritt. Kaum hatte der Jüngling das Tüchlein in die Hand genommen, verbreitete sich ein so lieblicher betörender Duft, dass er sich sagte: „Wenn schon das Tüchlein so lieblich duftet, wie schön muss da erst das Mädchen sein!“  Und anstatt seinen Weg fortzusetzen, klopfte er an die Tür des alten Hauses, wo die drei Alten wohnten.  

„Wohnt hier die Schöne, der das Tüchlein gehört?“ fragte der Sohn des Dogen.   „Das versteht sich, dass hier die Schöne wohnt!“ lachte die siebenundsechzigjährige, die die Tür einen Spalt geöffnet hatte.  „Erlaube“, sprach da der Sohn des Dogen, „dass ich ihr meine Aufwartung mache und ihr in das schöne Antlitz schaue!“   Die Alte war ein listiger Kopf, also sprach sie:  „Das geht nicht! Unsere Schöne darf vor ihrer Hochzeit ihr Antlitz nicht zeigen!“   „Oh!“ rief der Sohn des Dogen, dessen Herz schon heiß entflammt war. „Dann will ich sie zur Frau nehmen!“   „Wenn es so ist“, meinte die Alte wieder, „so komm morgen um dieselbe Zeit wieder, dann werden wir weitersehen.“   Dann warf sie ihm die Tür vor der Nase zu.  

Der Jüngling eilte nach Hause, um den Eltern von seinem großen Glück zu erzählen. Aber sein Vater, der Doge von Venedig war und die ganze Stadt wie seine Hosentasche kannte, schüttelte verwundert den Kopf:  „Ich weiß nicht, ich weiß nicht, mein Sohn. In jenem Haus wohnen nur drei alte Weiber. Eine von ihnen muss ja mit dir gesprochen haben.“   Die Mutter, die zwar die Stadt Venedig nicht so gut kannte wie ihr Gemahl, aber dafür die Vorzüge und Schwächen der Welt, meint: „Du bist ja bis über beide Ohren verliebt, mein Sohn. Darum sei auf der Hut und kaufe den Hasen nicht im Sack, sonst könnte es dir schlecht ergehen.“  

Der Sohn des Dogen nahm sich die Worte der Eltern zu Herzen, als er sich am anderen Tag auf den Weg machte. Sie 67-jährige begrüßte ihn ehrerbietig, aber der Jüngling sprach:   „Wenn ich vor der Hochzeit nicht das Antlitz meiner Schönen schauen darf, dann soll sie mir ihre Hand zeigen.“   „Wie du wünschest“, erwiderte die Alte und verbeugte sich dabei artig. „So komm morgen um dieselbe Zeit wieder.“  

Im Garten hatten die drei Weiber nämlich eine Alabasterstatue der Liebesgöttin Venus. Ihr brachen sie einfach die Hand ab, und als am nächsten Tag der Sohn des Dogen an das Tor klopfte, wurde die Balkontür einen Spaltbreit geöffnet, und durch die halbgeöffnete Tür steckten die anderen Schwestern die Alabasterhand der Venus heraus, dass der Sohn des Dogen glaubte, es wäre die Hand des schönen Mädchens.   „Ach, welch eine liebliche Hand!“ rief er gleich wie verzaubert aus, und weil beim Essen auch der Appetit kommt, bat er, auch noch den Fuß der Schönen schauen zu dürfen.   „Komm morgen um dieselbe Zeit wieder!“ hörte er eine Stimme.  

Und schon brachen die drei Weiber der Venusstatue auch noch ein Bein ab und alles wiederholte sich dann wie beim ersten Mal. „Ach, welch ein lieblicher Fuß!“ rief der Sohn des Dogen. „Sofort soll die Hochzeit ausgerichtet werden!“ Und so war es. Und dann wurde die neunmal verschleierte Braut geholt, in die prächtige Gondel gesetzt und nach der Hochzeit in die Gemächer des Ehemannes getragen. Nun waren sie allein! Der Sohn des Dogen war schon ganz ungeduldig, die Schönheit seiner Braut zu schauen, lüftete einen Schleier nach dem anderen, bis er endlich in höchster Verzückung auch den letzten Schleier hob. Er erstarrte vor Schreck, statt einer Schönheit erblickte er im Kerzenschein eine verhutzelte Alte – die 94-jährige! „Du hast mich getäuscht!“ schrie er außer sich, fasste die Alte beim Rock und schleuderte sie durch das geöffnete Fenster hinaus. Dann legte er sich nieder und schlief ein. Unter dem Schlafzimmerfenster jenes Palastes wuchsen damals viele Maulbeerbäume – und als das Weiblein kopfüber aus dem Fenster flog, blieb es, nachdem es sich einige Male überschlagen hatte, an den Ästen hängen.  

In dem Augenblick kamen drei Feen vorüber. Sie waren ausgelassen und fröhlich, weil sie gerade von einer Hochzeit kamen. Und als das Weiblein seine tollen Purzelbäume vollführte und dann wie ein Himmelsbote an den Ästen hängen blieb, da mussten sie schrecklich lachen. Die drei Feen hatten aber ein gutes Herz. So besannen sie sich nicht lange und sagten: „Wir haben uns köstlich amüsiert! Dafür sollten wir das Weiblein belohnen!“ Da sprach die erste: „Ich wünsche, dass es so jung ist wie ich!“  Da sprach die zweite: „Ich wünsche, dass es so schön ist wie ich!“  Da sprach die dritte: „Ich wünsche, dass es so lustig ist, wie wir es sind!“ Und wirklich, kaum hatten sie das gesagt, verwandelte sich das Weiblein in eine solche Schönheit, wie die Welt schon lange nicht mehr gesehen hatte.  

Als sich der Sohn des Dogen am Morgen an die hässliche Braut erinnerte, eilte er gleich ans Fenster. Aber was sah er da! An den Ästen der Maulbeerbäume hing ein schönes und blutjunges Mädchen. Und wenn es lachte, war es, als ob Glöckchen klängen. „Was habe ich nur getan!“ schluchzte der Jüngling und bedeckte sein Antlitz mit den Händen. „Sie ist ja schön wie der junge Tag – und ich habe sie aus dem Fenster geworfen!“   Dann aber schaute er sich aufmerksam im Zimmer um, nahm das Betttuch, drehte es zu einem Seil und ließ es langsam hinunter gleiten. Kaum hatte das Mädchen das Seil erfasst, zog es der Jüngling empor. Und als er die Schöne auf den Rosenmund geküsst hatte, bat er unter Tränen, ihm zu vergeben und alles zu vergessen.  

Und das Mädchen verzieh ihm gern, das versteht sich, hatte es doch durch den Fenstersturz Jugend und Schönheit erhalten. Und während es den Kopf neigte, lächelte es so liebreizend, dass seine Schönheit noch mehr erblühte.  

Am nächsten Morgen kamen die beiden Schwestern, die siebenundsechzigjährige und die fünfundsiebzigjährige, in den Palast, um die Schwester zu besuchen. Und als sie das Wunder erblickten, da blieb ihnen vor Staunen der Mund offen stehen. Dann aber besannen sie sich, nahmen die Schöne beiseite und fragten: „Sapperlot, Schwester, wie hast du denn das nur angestellt?“  

Natürlich wollte die Schöne die Wahrheit nicht eingestehen, die jüngeren Schwestern würden es ohnehin nicht glauben, und so sprach sie: „Ich habe mich beim Tischler zurechthobeln lassen!“ „Was?“ riefen die beiden wie aus einem Munde und machten sich ohne Zögern auf den Weg zum Tischler. Der Tischler war sehr erstaunt, als er den seltsamen Wunsch der beiden Weiblein hörte. Aber er konnte reden wie er wollte, sie ließen sich nicht abweisen.  

Da nahm der Tischler kurzerhand den Hobel und fuhr ihnen so über den Rücken, dass die beiden meinten, er wolle sie klitzeklein hobeln. Da scherten sie sich weder um Schönheit noch um Jugend und liefen davon, was die Beine hergaben. Und die Schöne? Nun, die war restlos glücklich, und weil sie auch klug war und schweigen konnte, so endete noch alles gut. So wenigstens erzählt es das Märchen. 

Die drei alten Weiber von Venedig. Schwank aus Italien  

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Grimms Märchen Weltkulturerbe

Grimms Märchen Weltkulturerbe

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Es ist doch sehr erfreulich, dass allgemein anerkannt wird, wie wertvoll und erhaltenswert Märchen sind. Die Eltern, Großeltern, Märchen-Erzähler und auch die Pädagogen wissen darum und merken wie wohltuend die Märchen bei den Kindern und ebenso beim Erwachsenen-Publikum ankommen, wie sie sogar helfen:
– Anschluss zu finden an das Urvertrauen, das in jedem Menschen lebt,
– Konflikte zu lösen
– und die passenden Hilfen zu finden
die im Leben anstehen.

DIE WELT berichtet:

„Unesco setzt Grimms Märchen auf die Liste des Weltkulturerbes
Die Geschichten sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte.

Die Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm sind von der Unesco zum Weltdokumentenerbe erklärt worden. Das teilte die Stadt Kassel mit. Die Märchen der Brüder Grimm sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte. Sie sind zugleich die erste systematische Zusammenfassung und wissenschaftliche Dokumentation der europäischen und orientalischen Märchentradition.“

Man anerkennt immer mehr welchen hohen Wert Märchen für die Menschen haben, deshalb hören die Kinder im Kindergarten und in der Schule wieder Märchen, manch ein Erwachsener nimmt sein Märchenbuch wieder zur Hand und blüht in seiner Seele auf, schöpft daraus neue Kräfte oder sogar neue Ideen und alte Menschen werden ansprechbarerer nachdem sie ein Märchen erlebt haben.

Märchen erzählen von den Höhen und Tiefen des Lebens, wie der Märchenheld oder die Märchenheldin sie meistert, sein/ihr Ziel erreicht und glücklich und zufrieden lebt.

Wie Märchen helfen können wunde Seelen zu heilen erfahren Sie hier:
http://maerchenhaft.erfuelltes-leben.de/heilkraft/

In der Rubrik Märchen finden Sie verschiedene Märchen
zu Ihrem Vergnügen und zur Freude Ihrer Lieben:

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Hans Dumm. Märchen der Brüder Grimm

Hans Dumm

Hans Dumm MärchenDie Grimms Märchen gehören zum Welt-Kulturerbe und das ist nur möglich, weil die Märchen vor 200 Jahren durch die Berüder Grimm aufgeschrieben und gesammelt wurden.

Das war wirklich eine gute Idee und genau zum rechten Zeitpunkt, denn sie wurden vom Mittelalter an nur mündlich weitergegeben. Wären sie damals nicht gesammelt worden, wären sie sicherlich verlorengegangenen. So sind sie den kleinen und großen Märchenfreunden zur Freude, erhalten geblieben und schenken uns erfüllende, schöne Stunden.

Das folgende Märchen ist in der 2. Fassung, die die übliche Ausgabe heutzutage ist, nicht mehr enthalten. Deshalb möchte ich Euch dieses Märchen heute zukommen lassen, es ist nämlich sehr schön:

Es war ein König, der lebte mit seiner Tochter, die sein einziges Kind war, vergnügt.

Auf einmal aber brachte die Prinzessin ein Kind zur Welt, und niemand wusste, wer der Vater war; der König wusste lang nicht, was er anfangen sollte, am Ende befahl er, die Prinzessin solle mit dem Kind in die Kirche gehen, da sollte ihm eine Zitrone in die Hand gegeben werden, und wem es die reiche, solle der Vater des Kinds und Gemahl der Prinzessin sein.

Das geschah nun, doch war der Befehl gegeben, dass niemand als schöne Leute in die Kirche sollten eingelassen werden. Es war aber in der Stadt ein kleiner, schiefer und buckeliger Bursch, der nicht recht klug war und darum der Hans Dumm hieß, der drängte sich ungesehen zwischen den ändern auch in die Kirche, und wie das Kind die Zitrone austeilen sollte, so reichte es sie dem Hans Dumm.

Die Prinzessin war erschrocken, der König war so aufgebracht, dass er sie und das Kind mit dem Hans Dumm in eine Tonne stecken und aufs Meer setzen ließ.

Die Tonne schwamm bald fort, und wie sie allein auf dem Meere waren, klagte die Prinzessin und sagte: »Du garstiger, buckeliger, naseweiser Bub bist an meinem Unglück schuld, was hast du dich in die Kirche gedrängt, das Kind ging dich nichts an.« »O ja«, sagte Hans Dumm, »das ging mich wohl etwas an, denn ich habe es einmal gewünscht, dass du ein Kind bekämst, und was ich wünsche, das trifft ein.«

»Wenn das wahr ist, so wünsch uns doch was zu essen hierher.« »Das kann ich auch«, sagte Hans Dumm, wünschte sich aber eine Schüssel recht voll Kartoffel, die Prinzessin hätte gern etwas Besseres gehabt, aber weil sie so hungrig war, half sie ihm die Kartoffel essen.

Nachdem sie satt waren, sagte Hans Dumm: »Nun will ich uns ein schönes Schiff wünschen!«, und kaum hatte er das gesagt, so saßen sie in einem prächtigen Schiff, darin war alles zum Überfluss, was man nur verlangen konnte. Der Steuermann fuhr grad ans Land, und als sie ausstiegen, sagte Hans Dumm: »Nun soll ein Schloss dort stehen!« Da stand ein prächtiges Schloss, und Diener in Goldkleidern kamen und führten die Prinzessin und das Kind hinein, und als sie mitten in dem Saal waren, sagte Hans Dumm: »Nun wünsch ich, dass ich ein junger und kluger Prinz werde!« Da verlor sich sein Buckel, und er war schön und gerad und freundlich, und er gefiel der Prinzessin gut und ward ihr Gemahl.

So lebten sie lange Zeit vergnügt; da ritt einmal der alte König aus, verirrte sich und kam zu dem Schloss. Er verwunderte sich darüber, weil er es noch nie gesehen, und kehrte ein. Die Prinzessin erkannte gleich ihren Vater, er aber erkannte sie nicht, er dachte auch, sie sei schon längst im Meer ertrunken. Sie bewirtete ihn prächtig, und als er wieder nach Haus wollte, steckte sie ihm heimlich einen goldenen Becher in die Tasche.

Nachdem er aber fortgeritten war, schickte sie ein paar Reuter nach, die mussten ihn anhalten und untersuchen, ob er den goldenen Becher nicht gestohlen, und wie sie ihn in seiner Tasche fanden, brachten sie ihn mit zurück. Er schwur der Prinzessin, er habe ihn nicht gestohlen und wisse nicht, wie er in seine Tasche gekommen sei, »darum«, sagte sie, »muss man sich hüten, jemand gleich für schuldig zu halten«, und gab sich als seine Tochter zu erkennen.

Da freute sich der König, und sie lebten vergnügt zusammen, und nach seinem Tod ward Hans Dumm König.

HANS DUMM Märchen der Brüder Grimm, aus der Urfassung von 1812

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Die Weiße Taube. Märchen.

Die weiße Taube. Märchen

die weiße Taube
Ohne Poesie lässt sich nichts in der Welt wirken:

Poesie aber ist Märchen.
Johann Wolfgang von Goethe

Die Weiße Taube. 

Vor dem Palast eines Königs stand ein prächtiger Birnbaum, der jedes Jahr die allerschönsten Früchte trug. Doch in der Nacht, kurz vor der Ernte, da wurden alle Birnen abgebrochen und niemand wusste, wer der Dieb war. Der König hatte drei Söhne, davon wurde der jüngste für einfältig gehalten und hieß der Dümmling.

Da befahl der König seinem ältesten Sohn, er solle ein Jahr lang unter dem Baum wachen, damit der Dieb einmal entdeckt werde. Der tat das auch und wachte ein Jahr lang alle Nacht. Er sah, wie der Baum blühte und reiche Früchte bekam. Doch in der letzten Nacht vor der Ernte, da schlief er ein und als er am anderen Morgen erwachte, da waren alle Birnen abgebrochen. Nun befahl der König dem zweitältesten Sohn ein Jahr lang unter dem Baum zu wachen. Auch er tat seine Pflicht, aber in der letzten Nacht vor der Ernte, da schlief er ein und am Morgen war keine Birne mehr am Baum.

Schließlich befahl der König dem Dümmling unter dem Baume zu wachen. Alle an des Königs Hof lachten darüber. Doch der Dümmling ging hinaus zum Baum und wachte ein ganzes Jahr. In der letzten Nacht, kurz vor der Ernte, da überkam auch ihn der Schlaf. Aber er hielt sich tapfer wach und da sah er, wie eine weiße Taube geflogen kam und eine Birne nach der anderen abbrach und mit sich fort trug.

Als sie die letzte Birne gebrochen hatte, da stand der Dümmling auf und ging ihr nach. Sie flog über Wiesen und Felder, durch Wälder und Täler und kam schließlich an ein hohes Felsengebirge. Dort verschwand sie ganz oben in einer Felsenspalte. Da stand nun der Dümmling und wusste nicht weiter. Er sah sich um und bemerkte ein kleines graues Männchen, das direkt neben ihm stand. Zu dem sprach er: „Gott segne Dich!“. Und das kleine Männchen erwiderte: „Gott hat mich gerade, durch die se Deine Worte gesegnet. Steige Du in den Felsen hinauf, dort wirst Du Dein Glück finden.“

Der Dümmling stieg den Felsen hinauf, ging durch die Felsenspalte und viele Stufen führten in hinunter in die Dunkelheit. Als er unten ankam, da sah er die weiße Taube ganz umstrickt und zugewebt von Spinnfäden. Wie nun die Taube den Dümmling sah, da konnte sie sich befreien und als der letzte Faden gerissen war, da stand eine wunderschöne Prinzessin vor ihm. Beide gefielen sich und es dauerte nicht lange, da feierten sie ein prächtiges Hochzeitsfest. Der Dümmling wurde zum König gekrönt und er regierte sein Land gemeinsam mit seiner Gemahlin in großer Weisheit und Liebe.

Märchen der Brüdern Grimm

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