Märchen die von Bäumen handeln

Märchen die von Bäumen handeln

In den griechischen Sagen spazieren die Götter oft auf der Erde, sie scheinen das Leben dort zu mögen. Finden die Göttern an jemand Gefallen, dann beschenken sie ihn reichlich, manchmal werden auch Wünsche erfüllt.

Da es aber solche und solch Wünsche gibt, können wir gespannt sein, ob die Wünsche der beiden Alten, von denen diese Sage berichtet, geeignet sind für ein glückliches Leben. Das erfahrt ihr jetzt:

In einem Dorfe voll wohlhabender Einwohner, lebte einmal in einem ärmlichen Hüttchen, ein glückliches Paar, der vertrauenswürdige Philemon und Baucis, sein gleichaltriges Weib. Dort hatten sie zusammen ihre frohe Jugend durchlebt und waren zu weißhaarigen Alten geworden. Sie machten keinen Hehl aus ihrer Armut, heiter, freundlich und in herzlicher Liebe ertrugen sie ihr Los.

Einst kam in diese Gegend Vater Zeus mit seinem Sohn Hermes. In menschlicher Gestalt waren sie unterwegs und als sie müde waren vom langen Wandern kamen sie gerade zu diesem wohlhabenden Dorfe. Also klopften sie an viele Türen, um ein Obdach für die Nacht zu erbitten. Aber hart und selbstsüchtig war der Sinn der Bewohner, so dass die Himmlischen nirgends Einlass fanden.

Als nun die beiden Götter sich dem ärmlichen Dache der beiden Alten näherten und um Einlass baten kam ihnen das Paar mit herzlichem Gruße entgegen, der Greis stellte die Sessel zurecht, die Baucis mit grobem Gewebe bedeckte, und bat die Gäste, sich auszuruhen.

Das Mütterchen eilte geschäftig zum Herde und bereitete aus den Vorräten festliche Speisen. Damit nun aber den Fremdlingen die Zeit nicht lang werde, unterhielten sie sie durch freundliches Gespräch. Auch bereiteten sie ihnen ein erquickendes Bad für die Füße. Freundlich lächelnd nahmen die Götter das liebreich Gebotene an während sie die Füße behaglich ins Wasser streckten.

Nun richteten die guten Wirte das Ruhebett inmitten der Stube und Philemon schleppte die schäbig gewordenen Teppiche herbei, und dennoch legten die göttlichen Gäste sich gern darauf, um nun das fertige Mahl zu genießen.

Und es fehlten bei diesem Mahle nichts: es gab Oliven, herbstliche Kornelkirschen, eingemacht in klarem, dicklichtem Safte, auch Rettich, Endivien und trefflicher Käse und Eier waren da. Aus dem Krug schenkten sie Wein in zierliche Becher.

Zum Nachtisch reichten sie Nüsse, Feigen und Datteln, in einem Körbchen Pflaumen und duftende Äpfel; selbst Trauben vom purpurnen Weinstock fehlten nicht, und in der Mitte der Tafel prangte eine weißliche Honigwabe. Die schönste Würze des Mahles aber waren die guten freundlichen Gesichter der herzlichen Alten, aus denen Freigebigkeit und treuherziger Sinn sprachen.

Dankbar segneten die Götter das festliche Mahl, und immer von Neuem füllte sich von selbst der Weinkrug. Da erkannte das Paar, dass ihre Gäste Unsterbliche seien, und beteten sie an.

Nun offenbarte sich der Gott der Götter gnädig und zürnend zugleich. Er führte die alternden Gatten auf einen Hügel, von dem sie sahen, wie schwellende Wasserfluten heranbrausten und alle Häuser des Ortes und alle Bewohner verschlangen. Nur die Hütte des gastlichen Paares blieb stehen.

Während sie noch staunten und das Schicksal der andern beweinten, siehe, da ward die alte ärmliche Hütte zum emporragenden Tempel; von Säulen getragen, schimmerte das goldene Dach, Marmor deckte den Boden.

Jetzt wandte sich Zeus mit gütigem Antlitz zu den zitternden Alten und sprach: »Saget mir, du redlicher Greis und du, des Redlichen würdige Gattin, was wünschet ihr euch?« Nur wenige Worte wechselte Philemon mit seinem Weibe, dann sprach er: »Eure Priester möchten wir sein! Erlaubt uns, diesen Tempel zu pflegen. Und weil wir so lange in Eintracht miteinander gelebt haben, o so lasset uns beide zur selben Stunde dahinsterben.«

Ihr Wunsch ward erfüllt. Sie hüteten beide den Tempel, solange ihnen das Leben gegönnt ward. Und als sie zuletzt zusammen vor den heiligen Stufen standen, des wundervollen Geschickes gedenkend, da sah Baucis ihren Philemon und Philemon seine Baucis in grünem Laube verschwinden; schon wuchsen um beider Antlitz schattige Wipfel in die Höhe.

»Leb wohl, du Trauter!« »Leb wohl, du Liebe!« so sprachen sie beide wechselnd, solang sie noch zu reden vermochten. Er ward zur Eiche, sie zur Linde. Sie umfingen einander mit dem Gezweig noch liebend nach der Verwandlung, und es rauschte das Lob der Gottheit durch die flüsternden Blätter.

Traulich stehen sie bis heute zusammen, wie sie im Leben unzertrennlich waren.

Philemon und Baucis. Griechische Sage

Du liebst die Bäume, bist gerne in ihrer Nähe und ahnst, dass im Baume ein märchenhaftes und weisheitsvolles Wesen wohnt? Dann lade ich Dich herzlich ein zum Baum-Erlebnistag. Was Du an diesem Tag erleben wirst und was er Dir bringt erfährst Du in diesem Blogartikel:
Märchen und Sagen von Bäumen unter einem Baum erzählt oder vorgelesen ist wunderschön und schenken Dir und Deinen Lieben ein unvergessliches Erlebnis.

Eine schöne Märchensammlung von Bäumen findest Du hier:

 

 

 

 

Bewahre Dir die Freude
an den Märchen, an der Natur,
an nachdenklichen Geschichten
und lebe
einfach märchenhaft!

🙂

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Mit Bäumen kommunizieren. Baum-Erlebnistag

Mit Bäumen kommunizieren.

Mit Bäumen kommunizierenIn allen Kulturen, auf allen Kontinenten und seit Menschengedenken hat der Baum eine große Bedeutung für uns Menschen. So finden wir im Paradies einen Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, vor dessen Früchten Gott warnt, die griechischen Sagen erzählen von Menschen, die die Götter in Bäume verwandelten (Philemon und Baucis).

Unter heiligen Bäumen wurde göttlicher Rat gehalten, in manchem Baum wohnt ein schönes goldenes Mädchen und in anderen Bäumen wiederum findet man etwas zu essen, ein weiches Bett und schönste Kleider! Die Bücher sind voll von solchen märchenhaften und wundervollen Mythen und Geschichten.

Auch erzählt man sich, dass einst die Bäume so hoch waren, dass ihr Gezweige bis in den Himmel hinein reichte und die Götter durch sie, wie über eine Leiter, auf die Erde und wieder zurück in den Himmel wandelten, und dadurch ihre Weisheit und Liebe zu den Menschen bringen konnten.

Alle diese Geschichten können uns aufmerksam machen, dass der Baum ein vielschichtiges Wesen ist, uns viel zu sagen hat über sein eigenes Leben und das Leben mit den anderen Bäumen, mit der ganzen Natur, wie auch für uns Menschen, die so oft um ein weisheitsvolles und natürlichen Leben ringen.

Machen wir uns also auf,
uns dem Baum ehrfürchtig zu nähern, ihn kennen zu lernen und von seinem Leben und Wirken zu erfahren durch Gespräche mit ihm. Bäume tragen unendliche Weisheit in sich, sie haben viel Erfahrung und lassen uns gern daran teilhaben.

Die antiken Götter und der eine Gott spricht nicht nur im Märchen durch den Baum. Wer Ohren hat zu hören, der höre und er wird ihre Worte, ihre Weisheit jederzeit empfangen können. Selbstverständlich offenbart der Baum uns im Gespräch mit ihm auch, was wir für ihn tun können und seine Wünsche sind Menschen- und Natur gemäß.

Hast Du Lust, selbst den Baum zu entdecken, zu erkunden,
mit ihm ins Gespräch zu kommen und von seiner Weisheit zu kosten?

Dann begib Dich auf die Reise
– zu der physischen Beschaffenheit des Baumes,
– seiner Seele
– und dem Geist der in ihm lebt.
Du wirst mit ihm ins Gespräch kommen und er wird Dich seine Freundschaft spüren lassen.

Dieser Baum-Erlebnistag ist keine Wissensvermittlung über das Leben des Baums (wieviel Wasser er täglich braucht, Photosynthese usw., darüber gibt es sehr gute Bücher), er ist auch keine Wanderung, die schönen Bäume stehen in der Nähe. Eventeuell fahren wir am Nachmittag (Fahrzeit 10 Minuten) zu einem schönen Baumort, der in gemütlichen 10 Minuten zu Fuß zu erreichen ist.

An diesem Baum-Erlebnistag erfährst Du
wie Du einfach und natürlich mit dem Baum kommunizieren kannst, hörst Geschichten von Bäumen und verleihst Deinem Erleben Ausdruck im Kreativen Gestalten.

INHALT dieses Baum-Erlebnistages

Äußeres und Inneres betrachten des Baumes
von der Wurzel bis zur Krone.

Poetisches: Märchen und Gedichte.

Wie entspanne, erhole ich mich bei den Bäumen
und schöpfe dort neue Kräfte?

Schulung Deiner intuitiven Wahrnehmung.

Mit dem Baum in ein inneres Gespräch kommen
und von seiner Weisheit lernen.

Wie kann mir der Baum helfen
für ein glückliches, liebevolles, erfolgreiches Leben
und wie sollen wir ihm helfen
bei dem was er leben mag?

An diesem Baum-Erlebnistag
wirst Du eine wesentliche Botschaft für Dein Leben
mit nachhause nehmen.

Für wen ist der Baum-Erlebnistag geeignet?
Für alle Freunde der Bäume die den Baum nicht nur äußerlich betrachten wollen, sondern auch ahnen oder spüren, dass er ein inneres Wesen, sozusagen, dass er eine Seele hat und mit unserer Seele eine Freundschaft hegt.

Von seinem Inneren Leben können wir viel erfahren für das eigene Leben, aber auch wie er in Gemeinschaft lebt mit allen unter- und über-irdischen Elementen, Naturwesen und mit dem hohen Wesen das in ihm lebt, wie auch in allen Bestandteilen der Natur.

NUTZEN
Für Menschen die
– ihr Selbstvertrauen stärken mögen.
– sich erholen und ihre Kräfte regenerieren mögen.
– die das Leben, die Fürsorge des Baumes und der Natur entdecken  und dadurch dem eigenen Lebensweg und Lebensziel näher kommen mögen.
– Märchen, Sagen, Gedichte von Bäumen lieben. Sie helfen durch die inneren Bilder sich dem ganzheitlichen Wesen des Baumes zu nähern.

– ihre intuitive Wahrnehmung intesivieren möchten.
– sich erinnern möchten an ihr natürliches, zufriedenes Leben.

Du wirst leicht nachzuvollziehende Übungen erleben,

die Du auch zuhause mit Deinen Lieblingsbäumen in Deiner Umgebung anwenden kannst.

VORAUSSETZUNG
Einlassen auf die Natur und ihre Wesen.
Offenheit für die innere Wahrnehmung,
für kleine Baum-Meditationen und
Bilder-Reisen.

Es sind keine Vorkenntnisse sind nötig.

Wo findet der Baum-Erlebnistag statt?

Im schönen Weserbergland, nähe Herford.
Den genauen Ort und die Anfahrt zu diesem Baum-Erlebnistag sende ich Dir mit der Bestätigung Deiner Anmeldung.

Wann findet der Baum-Erlebnistag statt?
Am Samstag, den 18. Mai 2019

SEMINARZEITEN:
10 bis 18 Uhr

Seminarleitung:
Monika Zehentmeier

Solltest Du gerne am Vorabend anreisen, bieten wir Dir hier eine einfache Unterkunftsmöglichkeit für 25 € inklusive Frühstück an.

SEMINARBEITRAG:
140 € inclusive Getränke

MITTAGESSEN:
Bitte bringe etwas für das gemeinsame Mittagessen mit.

Getränke stellen wir.

BITTE MITBRINGEN:
– feste Schuhe,
– Unterlage als Sitzgelegenheit,
– wetterfeste Kleidung.

Melde Dich hier für diesen Erlebnistag an. Sende mir bitte eine Nachricht.
Übrigens mache ich diesen Tag auch als individuelles Erlebnis, also für Dich alleine nach Deinem Terminwunsch.

Feiere
mit Gleichgesinnten
das Leben,
verbinde Dich mit der Natur,
beschenke sie
und lasse Dich von ihr beschenken.
Lebe glücklich und in Harmonie!
🙂

 

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Die schönste Blume. Märchen

Die schönste Blume. Märchen

Die schönste BlumeWie kommt es nur, dass wir, wenn wir einen Frosch sehen, sofort an das Märchen vom Froschköniog denken? Gleichzeitig kommt die Idee auf, dass der Frosch geküsst werden sollte und er sich alsdann verwandelt in einen schönen Prinzen.

Es ist eine märchenhafte Vorstellung, die zeigt, wie sehr sich der Mensch nach wahrer Liebe sehnt und er sich auch vorstellen kann, dass Verwandlungen möglich sind.

Im folgenden Märchen geht es auch um einen Frosch. Doch wie es kommt, dass er sich in menschliche Gestalt verwandelt, ist ganz anders und wunderschön:

Das Froschmädchen MärchenEs waren einmal ein Mann und eine Frau, die waren schon alt und hatten kein Kind. Sie beteten immer zu Gott, er möge ihnen doch ein Kind schenken. Schließlich gingen sie auf eine Wallfahrt und wieder baten sie um ein Kind, selbst wenn es ein Frosch sei.

 Sie kehrten nach Hause zurück, und nach neun Monaten wurde ihnen ein Kind geboren – aber was für eins? Ein Frosch!
 Aber sie waren zufriedener damit, als wenn sie gar keins gehabt hätten.

 Der Frosch hielt sich immer im Weinberg auf und kam nur selten nach Hause. Der Vater arbeitete im Weinberg, und seine Frau brachte ihm jeden Tag sein Mittagessen dorthin.
 Aber da sie schon alt war, fing sie eines Tages an zu klagen: „Ach, meine Füße wolle nicht mehr! Ich kann dir das Essen nicht mehr bringen!“

 Da kam das Froschmädchen von draußen herein – es war nun schon vierzehn Jahre alt – und sagte:
 „Liebste Mutter, ich sehe wohl, ihr könnt dem Vater das Essen nicht mehr bringen. Gebt es mir, ich gehe damit.“
 „Ach, meine liebe Tochter, das wird dir schwer ankommen. Wie könntest du das Essen bringen? Du hast ja keine Hände, den Topf zu tragen!“

Das Froschmädchen Märchen „Ich kann ihn tragen“, antwortete der Frosch. „Setz mir nur den Topf auf den Rücken und binde ihn mir an den Beinen fest. Und dann sei unbesorgt!“
 „Nun, so versuche, ob du es kannst. „

 Und die Mutter tat, wie es ihr die Tochter gesagt hatte.
 Das Froschmädchen trug ihre Last den staubigen Weg entlang. Als sie aber an das Gitter des Weinbergs kam, wo der Vater arbeitete, konnte sie es nicht öffnen und auch nicht hinübersteigen. Da rief das Froschmädchen seinen Vater, der kam, nahm ihr den Topf ab und aß.

 Da sagte das Froschmädchen: „Vater, setz mich doch auf den Kirschbaum!“
 Der Vater hob sie auf den Baum, und der Frosch fing an zu singen, so schön – nein, so schön -, dass man meinen könnte, die Elfen sängen dort.

 Da kam ein Königssohn vorüber, der war auf die Jagd geritten. Er lauschte lange dem Gesang, und als nichts mehr zu hören war, ging er zu dem Alten und fragte: „Alter, wer singt so schön?“

 Der Alte antwortete: „Ich weiß es nicht. Ich habe nichts gesehen und gehört. Nur die Krähen flogen vorüber.“

 „Aber sagt mir doch, wer es ist! Wenn es ein Mann ist, soll er mein Kamerad sein. Ist es ein Mädchen, so soll es mein Liebchen werden.“
 Doch der Alte schämte und scheute sich und wollte nichts sagen.

Das Froschmädchen MärchenAm anderen Tage brachte das Froschmädchen wieder dem Vater das Mittagessen. Er setzte es auch wieder auf den Kirschbaum, und der Frosch fing wieder an zu singen, dass das ganze Tal widerhallte.

 Der Königssohn war auch wieder auf die Jagd geritten, vor allem aber war er gekommen, um zu hören, wer da sang. Wie nun der Königssohn den Gesang hörte, lauschte er, und als das Froschmädchen aufgehört hatte zu singen, ging er wiederum zu dem Alten und fragte:
 „Sagt mir doch, wer da singt!“

 Der Alte antwortete: „Ich weiß es nicht. Ich habe nichts gesehen noch gehört. Die Krähen flogen vorüber.“

 „Aber der Gesang ergreift mir das Herz! Ihr wisst es sicherlich, Alter, wer da singt. Wenn es ein Mann ist, soll er mein Kamerad sein. Ist es ein Mädchen, so soll es mein Liebchen werden!“

 Da antwortete der Alte: „Ich möchte es wohl sagen, aber ich schäme mich – und Euch wird es auch verdrießen.“

 „Habt nur keine Angst, erzählt es mir“, bat der Königssohn.
 Da erzählte der Alte ihm: „Der da singt, ist ein Frosch! Und es ist meine Tochter!“

 „Nun, so sag ihr, dass sie herabkommen soll.“
 Da kam das Froschmädchen herab und hub noch einmal zu singen an.

Das Froschmädchen MärchenDem Königssohn hüpfte das Herz vor Vergnügen und er bat:
 „So sei du mein Liebchen! Morgen kommen die Bräute meiner Brüder in den Palast. Und demjenigen, dessen Braut die schönste Rose mitbringt, will der König sein ganzes Reich geben. Geh du als mein Liebchen dorthin und bringe dem König eine Rose, wie du sie ausgesucht hast!“

 Das Froschmädchen antwortete: „Ich werde kommen, wie du es wünscht. Du musst mir aber vom Hofe den weißen Hahn schicken, auf dem will ich reiten.“

Da ritt der Königssohn zurück und schickte vom Hofe den weißen Hahn.
 Das Mädchen aber ging zur Sonne und bat um Sonnenkleider.

Am nächsten Morgen bestieg das Froschmädchen den weißen Hahn und nahm die Sonnenkleider mit. So ritt sie zur Königsstadt. Als aber ein Frosch auf einem Hahn an die Stadtwache kam, wollte diese sie nicht hereinlassen. Das Froschmädchen aber sagte, es wolle sich beim Königssohn beklagen! Da öffnete man das Tor.

Sowie sie die Stadt betreten hatten, verwandelte sich der Hahn in eine weiße Elfe. Aus dem Frosch aber wurde das schönste Mädchen von der Welt. Es zog seine Sonnenkleider an und trug in der Hand als Blüte eine Weizenähre. So schritt es zum Königspalast.

Das Froschmädchen MärchenDa kam der König zu der Braut seines ältesten Sohnes. Sie zeigte ihm eine wunderschöne Rose. Darauf ging er zu der Braut des anderen Sohnes, sie zeigte ihm eine Nelke. Dann wandte er sich zu der Braut des jüngsten Sohnes, sah die Weizenähre und sagte:
 “ Du hast uns die schönste und zugleich die nützlichste Rose gebracht. Ich sehe, du weißt, dass man ohne Weizen nicht leben kann – und dass du zu wirtschaften verstehst. Was sollen uns andere Rosen und Gepränge? Werde du die Frau meines jüngsten Sohnes, dessen Liebchen du warst. Ihm will ich mein Königreich hinterlassen.“

Und so wurde das Froschmädchen eine Königin.
 
Das Froschmädchen Märchen aus Albanien
   
 Das Froschmädchen Märchen

Mehr inhaltsvolle und schöne Natur- und
andere Märchen findest Du in folgenden Büchern:

Märchen von Bäumen
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Märchen von Himmelhohen Bäumen

 

 

 

 

Der verborgene Stern. Märchen von Büschen
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Die Lebensgesichter der Frau Holle
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Wie sich die Heilkraft der 7 Urbilder auf die Seele auswirkt:

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Märchen von Bäumen. Verlag Märchenhaft leben

 Märchen von Bäumen

Märchen von BäumenBäume sind wie Freunde und viele Menschen haben eine tiefe Zuneigung zu ihnen. Und da sie auch uns vom Verlag Märchenhaft leben am Herzen liegen, haben wir die schönsten Baummärchen in einem Büchlein zusammengestellt für alle Freunde des Märchens und der Natur. Also jetzt hier eines davon:

Drei Männer trafen sich auf einer Passhöhe, vom Schneesturm verfolgt, und suchten Schutz in einer kleinen Hütte. Der eine war ein Seidenhändler, der andere handelte mit Edelsteinen, der dritte aber trug nichts bei sich als verschieden Messer, die er in einer Tasche am Gürtel verwahrte. Er war ein Holzschnitzer und weithin berühmt für seine Kunst. Während der Seidenhändler und der Edelsteinverkäufer sich, mürrisch über den erzwungenen Aufenthalt, daranmachten, ein Feuer zu entfachen, fiel der Blick des Holzschnitzers auf ein hohes und starkes Stück Holz, das in einer Ecke lehnte, und er wurde von der Leidenschaft des Künstlers erfasst und begann, eine menschliche Gestalt zu schnitzen, obwohl Allah die Nachbildung seines Ebenbildes verboten hat.   “Allah, der alles versteht und verzeiht, wird, wenn er überhaupt durch den Schneesturm sehen kann, gewiss so tun, als sehe er nichts”, beruhigte der Künstler sein Gewissen.   Als das Feuer knisterte und wärmte, kamen die beiden Händler näher, um das Tun und Treiben des Schnitzenden zu betrachten. “Allah, verzeih uns – es wird ein Weib!”, stieß der Seidenhändler aus und ging zu seinen Bündeln, um herbeizuholen, was sich für ein Weib geziemt, kostbare Seidenstoffe.  

Der Händler mit den Edelsteinen sah dem Holzschnitzer noch eine Weile zu, ging dann abseits und griff unter seine Kleidung, wo er Juwelen und Edelsteine verbarg, um sie für die Frau hervorzuholen.  

Der Bildschnitzer aber fuhr fort zu schnitzen, verspürte weder Müdigkeit noch Kälte, weder Hunger noch Durst, bis der Morgen graute und er sein Werk vollendet hatte. Er verbeugte sich vor dem Bildwerk, kreuzte die Arme und sprach: “Schönste der Frauen, die du mein eigen bist, mehr, als es jemals eine Frau war, o sei gesegnet, dass du unter meinen Händen wurdest und nun mein bist, ganz allein nur mein!”  Mit diesen Worten sank er erschöpft zu Boden.  

Da kam der Seidenhändler heran und sprach: “Die Frau ist schön, und sie ist mein! Denn wer ein Weib bekleidet, dem gehört es!”  

Nun schob aber der Juwelenhändler den andern beiseite, holte die Geschmeide hervor und begann, sie um Brust und Hals der hölzernen Frau zu hängen, und sprach: “Wer ist es, dem eine Frau gehört, wenn nicht jenem, der sie mit Juwelen schmückt? Keine Schönheit gibt es, die unter Juwelen nicht leuchtender würde. Sie ist mein!”  

Nun erwachte der Holzschnitzer wieder und hörte den Streit und stellte sich schützend vor sein Geschöpf: “Mein ist sie! Wem anders als dem, der sie schuf, könnte sie gehören?”  

Als er das gesagt hatte, gab es einen kräftigen Windstoß, der die Hütte erschütterte und die Tür mit Gewalt aufriss. Die drei Männer wichen erschreckt zur Seite, denn die hölzerne Frau begann sich zu bewegen, und es war, als bahne ihr der Wind den Weg. Sie schritt langsam, so als werde sie gezogen, auf die Tür zu, kam hinaus in den schneeweißen Morgen der Berghöhe und bahnte sich ihren Pfad zu einem großen, wunderbar starken Zedernbaum, der hier auf den Höhen der Berge Wache hielt über die Weite und Stille.  

Die Frau war nun bei dem schönen, starken Baum angelangt, hob die Arme und legte die Hände flach an den Stamm, durch welche Bewegung alles von ihr abfiel, was die Männer ihr angehängt hatten. Der Stamm öffnete sich, und die Frau setzte einen Fuß in die Öffnung, drehte sich jedoch noch einmal lächelnd zu dem um, der sich geschaffen hatte – und verschwand. Der Stamm hatte sich hinter ihr geschlossen, und der gewaltige Baum stand reglos, zeitfern und erhaben dort.  

“Zu seinem Ursprung kehrt jedes Ding zurück”, sagte der Bildschnitzer leise, wandte sich ab, holte seinen Mantel aus der Hütte und seine zerstreuten Messer und schritt, ohne Gruß und ohne sich umzuschauen, über die Passhöhe hinunter ins Tal.  

Das Märchen vom Zedernbaum  Alttürkisches Märchen
Aus dem Märchen Büchlein:
Bis in den Himmel hinein. Märchen von himmelhohen Bäumen
20 Märchen von Bäumen zum Vorlesen und erzählen

 

Bestellmöglichkeit:

 

 

Wie ist es mit Dir? 
Du liebst die Bäume und Märchen, bist gerne in ihrer Nähe und ahnst, dass im Baume ein märchenhaftes und weisheitsvolles Wesen wohnt? Dann lade ich Dich herzlich ein zum Baum-Erlebnistag. Was Du an diesem Tag erleben wirst und was er Dir bringt erfährst Du in diesem Blogartikel:

 

 

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Die Alte im Wald. Märchen

Die Alte im Wald

Die Alte im WaldIn der Märchensammlung der Brüder Grimm gibt es einige sehr schöne Märchen, die wenig bekannt sind. Eines davon möchte ich Ihnen hier vorstellen. Lernen Sie also hier das Märchen Die Alte im Wald kennen. Schalten Sie für diese kurze Zeit des Märchen lesens ganz um auf die Vorfreude auf diese Märe und und begeben Sie sich in die Welt des Träumens und der erholsamen Entspannung:

Die Alte im WaldEs fuhr einmal ein armes Dienstmädchen mit seiner Herrschaft durch einen großen Wald, und als sie mitten darin waren, kamen Räuber aus dem Dickicht hervor und ermordeten, wen sie fanden. Da kamen alle miteinander um, bis auf das Mädchen, das war in der Angst aus dem Wagen gesprungen und hatte sich hinter einen Baum verborgen.

Wie die Räuber mit ihrer Beute fort waren, trat es herbei und sah das große Unglück. Da fing es an bitterlich zu weinen und sagte ‚was soll ich armes Mädchen nun anfangen, ich weiß mich nicht aus dem Wald herauszufinden, keine Menschenseele wohnt darin, so muss ich gewiss verhungern.‘ Es ging herum, suchte einen Weg, konnte aber keinen finden. Als es Abend war, setzte es sich unter einen Baum, befahl sich Gott, und wollte da sitzen bleiben und nicht weggehen, möchte geschehen, was immer wollte.

Als es aber eine Weile da gesessen hatte, kam ein weiß Täubchen zu ihm geflogen und hatte ein kleines goldenes Schlüsselchen im Schnabel. Das Schlüsselchen legte es ihm in die Hand und sprach ’siehst du dort den großen Baum, daran ist ein kleines Schloss, das schließ mit dem Schlüsselchen auf, so wirst du Speise genug finden und keinen Hunger mehr leiden.‘ Da ging es zu dem Baum und Schloss ihn auf und fand Milch in einem kleinen Schüsselchen und Weißbrot zum Einbrocken dabei, dass es sich satt essen konnte.

Als es satt war, sprach es ‚jetzt ist es Zeit, wo die Hühner daheim auffliegen, ich bin so müde, könnt ich mich doch auch in mein Bett legen.‘ Da kam das Täubchen wieder geflogen und brachte ein anderes goldenes Schlüsselchen im Schnabel und sagte ’schließ dort den Baum auf, so wirst du ein Bett finden.‘ Da schloss es auf und fand ein schönes weiches Bettchen: da betete es zum lieben Gott, er möchte es behüten in der Nacht, legte sich und schlief ein.

Die Alte im WaldAm Morgen kam das Täubchen zum dritten Mal, brachte wieder ein Schlüsselchen und sprach ’schließ dort den Baum auf, da wirst du Kleider finden,‘ und wie es aufschloss, fand es Kleider mit Gold und Edelsteinen besetzt, so herrlich‘ wie sie keine Königstochter hat. Also lebte es da eine Zeitlang, und kam das Täubchen alle Tage und sorgte für alles, was es bedurfte, und war das ein stilles, gutes Leben.

Einmal aber kam das Täubchen und sprach ‚willst du mir etwas zuliebe tun?‘ ‚Von Herzen gerne,‘ sagte das Mädchen. Da sprach das Täubchen, ‚ich will dich zu einem kleinen Häuschen führen, da geh hinein, mittendrein am Herd wird eine alte Frau sitzen und ‚guten Tag‘ sagen. Aber gib ihr beileibe keine Antwort, sie mag auch anfangen, was sie will, sondern geh zu ihrer rechten Hand weiter, da ist eine Türe, die mach auf, so wirst du in eine Stube kommen, wo eine Menge von Ringen allerlei Art auf dem Tisch liegt, darunter sind prächtige mit glitzerigen Steinen, die lass aber liegen und suche einen schlichten heraus, der auch darunter sein muss, und bring ihn zu mir her, so geschwind du kannst.‘

Die Alte im WaldDas Mädchen ging zu dem Häuschen und trat zu der Türe ein: da saß eine Alte, die machte große Augen, wie sie es erblickte, und sprach ‚guten Tag, mein Kind.‘ Es gab ihr aber keine Antwort und ging auf die Türe zu. ‚Wo hinaus?‘ rief sie und fasste es beim Rock und wollte es festhalten, ‚das ist mein Haus, da darf niemand herein, wenn ichs nicht haben will.‘ Aber das Mädchen schwieg still, machte sich von ihr los und ging gerade in die Stube hinein. Da lag nun auf dem Tisch eine übergroße Menge von Ringen, die glitzten und glimmerten ihm vor den Augen: es warf sie herum und suchte nach dem schlichten, konnte ihn aber nicht finden.

Wie es so suchte, sah es die Alte, wie sie daherschlich und einen Vogelkäfig in der Hand hatte und damit fortwollte. Da ging es auf sie zu und nahm ihr den Käfig aus der Hand, und wie es ihn aufhob und hineinsah, saß ein Vogel darin, der hatte den schlichten Ring im Schnabel. Da nahm es den Ring und lief ganz froh damit zum Haus hinaus und dachte, das weiße Täubchen würde kommen und den Ring holen, aber es kam nicht. Da lehnte es sich an einen Baum und wollte auf das Täubchen warten,

und wie es so stand, da war es, als würde der Baum weich und biegsam und senkte sei ne Zweige herab. Und auf einmal schlangen sich die Zweige um es herum, und waren zwei Arme, und wie es sich umsah, war der Baum ein schöner Mann, der es umfasste und herzlich küsste und sagte ‚du hast mich erlöst und aus der Gewalt der Alten befreit, die eine böse Hexe ist. Sie hatte mich in einen Baum verwandelt, und alle Tage ein paar Stunden war ich eine weiße Taube, und solang sie den Ring besaß, konnte ich meine menschliche Gestalt nicht wiedererhalten.‘

Da waren auch seine Bedienten und Pferde von dem Zauber frei, die sie auch in Bäume verwandelt hatte, und standen neben ihm. Da fuhren sie fort in sein Reich, denn er war eines Königs Sohn, und sie heirateten sich und lebten glücklich.

Märchen von Grimm

Dieses und 19 andere Märchen von Bäumen,
z. B.: von der Birke, der Eiche, der Weide, der Zeder,
vom Wunderbaum
findest Du in dieser Märchensammlung:

Bis in den Himmel hinein, Märchen von Bäumen


Bäume sind geheimnisvolle Therapeuten

und auch das Märchen versteht es,
Harmonie zu bringen in des Menschen Leben.
Christian Morgenstern drückt es so aus:

„Märchen entspannen
und heilen mit Worten.
Sie können ein Schlüssel
zu verborgenen Seelenbildern sein.
Man wird wieder
aus Himmel und Sternen
Bilder machen
und die Spinnweben alter Märchen
auf offene Wunden legen.“

Und wie ist es mit Dir?
Du liebst die Bäume und Märchen, bist gerne in ihrer Nähe und ahnst, dass im Baume ein märchenhaftes und weisheitsvolles Wesen wohnt? Dann lade ich Dich herzlich ein zum Baum-Erlebnistag. Was Du an diesem Tag erleben wirst und was er Dir bringt erfährst Du in diesem Blogartikel:

Gehe den Weg
bis zu den Wurzeln des Baumes,

sie schenken Dir Vertrauen.
Steige den Stamm hinauf,
er schenkt Dir Lebenskraft.
Begib Dich in die Krone des Baumes
und höre ihr Gebet
zum Licht, zur Liebe zum Leben!
;-)Monika Zehentmeier

 

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Bäume sind Freunde

Bäume sind Freunde

Bäume sind FreundeGibt es für Sie auch einen Baum mit dem Sie befreundet sind und erwarten Sie in großer Vorfreude, nach der Ruhezeit des Winters, dass dieser Baum das begehrte zarte Grün wieder hervorbringt? Es ist dann so, als würde unser Leben mit seinem Sprießen lebendig werden, jung und voller Freude. Wir erquicken uns an der Vielfalt der Bäume und fühlen uns von ihnen oftmals gestärkt.

In Märchen die von der Natur erzählen, können wir ihre Wunderwelt kennenlernen und die ist wirklich märchenhaft. Es ist nicht nur wundersam, dass die Bäume sprechen können, sie sind auch von unsichtbaren, helfenden Wesen umgeben. Wer Herz hat für die Natur bekommt Hilfe für sein Leben, davon ist das folgende Märchen ein schönes Beispiel.

Vorzeiten ging ein Mann in den Wald, um Bäume zu fällen. Zuerst kam er zur Birke und wollte sie umhauen, als aber die Birke die Axt sah, da flehte sie kläglich: „Lass mich leben! Ich bin noch jung und habe eine ganze Schar Kinder hinter mir, die hilflos und alleine wären, wenn ich sterben müsste.“

Baum-MärchenDer Mann ließ sich erweichen, ging weiter und kam zur Eiche. Gerade wollte er die Eiche umhauen, aber als sie die Axt sah, da flehte auch sie kläglich: „Lass mich doch leben! Ich bin noch frisch und stark, meine Eicheln sind alle noch unreif und taugen noch nicht zur Saat. Wo sollen deine Kinder und Kindeskinder den Eichenwald hernehmen, wenn meine Eicheln jetzt zugrunde gehen müssen?“

Wieder hatte der Mann Mitleid, ließ sich erbitten und kam nun zur Esche. Als die Esche die Axt sah, flehte sie sogleich: „Lass mich doch am Leben! Ich bin selber noch jung und habe erst gestern eine Frau geheiratet. Was soll aus der Armen werden, wenn ich heute falle?“

Da ließ der Mann von der Esche ab und kam zum Ahorn, den er umhauen wollte. Der Ahorn aber bat sogleich: „Lass mich leben! Meine Kinder sind noch klein, alle noch unerzogen. Was soll aus ihnen werden, wenn ich umgehauen werde?“

Da ging der Mann weiter und kam zur Erle. Als die Erle die Axt sah, da flehte auch sie sogleich um ihr Leben: „Ich habe gerade meinen weißen Überzug und muss viele kleine Tiere mit meinem Saft ernähren. Was soll aus ihnen werden, wenn ich umgeschlagen werde?“

Der Mann ließ von der Erle ab und kam zur Espe, um sie umzuhauen. Aber auch die Espe flehte: „Lass mich leben! Der Schöpfer hat mich erschaffen, damit ich mit meinen Blättern im Wind raschle und nachts Diebe und Strolche erschrecke. Was sollte aus der Welt werden, wenn ich jetzt umgehauen würde?“

Wiederum ließ sich der Mann erweichen, kam zum Faulbaum und wollte ihn fällen. Doch der flehte auch sogleich um sein Leben: „Lass mich leben! Ich bin noch in Blüte und muss der Nachtigall Schatten geben, damit sie in meinen Zweigen singt. Wo hörten denn die Menschen schönen Vogelgesang, wenn die kleinen Sänger unser Land verließen, weil ich gefällt worden bin?“

Baum-MärchenDer Mann ließ vom Faulbaum ab und kam schließlich zur Eberesche. Er wollte sie gerade fällen, als auch sie um ihr Leben bat. „Aus meinen Blüten sollen die Beeren entstehen, die im Herbst und im Winter den Vögeln Nahrung geben müssen. Was sollte aus den armen Tierchen werden, wenn ich heute gefällt würde?“

Da dachte der Mann bei sich: „Wenn mit den Laubbäumen nichts anzufangen ist, so will ich mein Glück bei den Nadelbäumen versuchen.“ So kam er zur Fichte, doch als die die Axt sah, fing sie gleich an zu bitten: „Ich bin noch jung und kräftig und muss Zweige treiben, um im Sommer und im Winter zu grünen, damit die Menschen ihre Freude daran haben. Wo sollten sie im Sommer ein schattiges Plätzchen finden, wen an Weihnachten in ihre Stuben stellen, wenn ich heute gefällt würde?“

Der Mann ging weiter und kam zum Wacholder, der aber flehte: „Lass mich doch am Leben! Ich bin der allergrößte Schatz des Waldes, weil man mich gegen neunundneunzig Krankheiten gebrauchen kann. Was sollte aus Menschen und Tieren werden, wenn ich umgeschlagen würde?“ Da ließ sich der Mann auf einer Wiese nieder und sprach bei sich: „Die Sache kommt mir sonderbar vor. Jeder Baum sträubt sich dagegen, gefällt zu werden. Was soll ich machen, wenn ich nirgends mehr Bäume finde, die sich von mir umhauen lassen?“

Baum-MärchenDa trat aus der Tiefe des Waldes ein alter Mann mit grauem Bart hervor. Er trug ein Hemd aus Birkenrinde und eine Jacke aus Fichtenzweigen und fragte: „Warum sitzt du denn hier so missmutig und traurig?“ „Wie sollte ich nicht missmutig und traurig sein?“ antwortete der Holzfäller. „Heute Morgen nahm ich meine Axt, ging in den Wald und wollte Holz fällen. Aber plötzlich fand ich den Wald voller Leben. Jeder Baum hat seinen Verstand im Kopf und seine Zunge im Mund und bat mich, ihn am Leben zu lassen. Da hatte ich Mitleid mit den Bäumen und brachte es nicht mehr übers Herz, sie zu fällen.“

Der Alte sah den Holzfäller freundlich an und sprach: „Ich danke dir, Bauer, dass du deine Ohren vor den Bitten meiner Kinder nicht verschlossen hast. Dir soll aber aus deiner Gutherzigkeit kein Schaden erwachsen, sie soll dir vielmehr Glück bringen. Denn ich will dich belohnen und dafür sorgen, dass es dir in Zukunft an nichts mangelt.“

Mit diesen Worten reichte der Alte dem Holzfäller eine kleine Goldrute und fuhr fort: „Von nun an hast du nichts weiter zu tun, als zu sagen, was dein Herz begehrt. Wenn du ein Haus bauen willst, dann geh zu einem Ameisenhaufen und schwinge diese Goldrute dreimal über ihn. Schlag aber nicht hinein, um den kleinen Tierchen nicht zu schaden. Dann befiehl ihnen, was sie tun sollen, und du wirst am nächsten Morgen die Arbeit getan finden, die du gewünscht hast.

Möchtest du etwas zu essen, dann gebiete mit der Goldrute dem Kessel, dass er dir zubereiten soll, was du dir wünschst. Wenn du etwas Süßes zum Naschen willst, dann zeige die Goldrute den Bienen, und sie werden dir Honigwaben bringen. Möchtest du Saft, dann brauchst du es nur der Birke und dem Ahorn zu sagen. Sie werden dir deinen Wunsch sogleich erfüllen.

Natur-MärchenDie Erle wird dir Milch geben, der Wacholder Gesundheit bringen. Wenn du Leinen willst, oder wollene oder seidene Kleider, dann gebiete es den Spinnen, und sie werden dir die Stoffe, die du dir wünschst, bald weben. So wird es dir an nichts fehlen, und du wirst immer alles zur Genüge haben, als Lohn dafür, dass du auf die Bitten meiner Kinder gehört und sie am Leben gelassen hast. Ich bin nämlich der Waldvater, den der Schöpfer zum Herrscher über die Bäume bestimmt hat. Doch vergiss eines nie: Hüte dich, dass deine Wünsche das richtige Maß überschreiten. Und schärfe es auch deiner Frau und deinen Kindern ein, dass sie keine unmöglichen oder unsinnigen Wünsche mit der Goldrute tun dürfen, denn sonst würde sich das Glück in Unglück verkehren.“ Mit diesen Worten nahm der Waldvater Abschied von dem Holzfäller und war mit einem Mal verschwunden.

Der Holzfäller aber ging mit seiner Goldrute nach Hause. Er hatte auf seinem Hof eine alte, halbverfallene Hütte und wollte noch am gleichen Tag die Geschicklichkeit der Ameisen im Häuser bauen erproben. So ging er zum Ameisenhaufen, schwang dreimal die Goldrute darüber und rief: „Liebe Ameisen, baut mir eine neue Hütte!“

Und als er am anderen Morgen aufstand, da fand er tatsächlich die Hütte fertig gebaut. Auch die Zubereitung des Essens machte dem Holzfäller nun keine Sorge mehr. Was das Herz begehrte, das kochte der Kessel, sobald es ihm befohlen wurde. Er trug sogar die Speisen auch noch auf den Tisch, so dass die Hausleute nichts weiter zu tun hatten, als es sich schmecken zu lassen. Die Spinnen webten ihnen von nun an alle erdenklichen Stoffe, die Maulwürfe pflügten ihre Äcker, die Ameisen streuten den Samen aus und ernteten im Herbst das Korn vom Feld. Nirgends mehr brauchte man eine Menschenhand, die noch arbeiten musste. Das ging viele Jahre so, doch eines Tages musste der alte Holzfäller sterben.

Vor seinem Tode hatte er die Goldrute mit der Zauberkraft seinen Kindern vererbt, und er gab ihnen dieselben Ratschläge, die er einst vom Waldvater erhalten hatte und warnte sie vor übertriebenen und maßlosen Wünschen. Die Kinder richteten sich auch danach, dachten stets an die Worte ihres Vaters und verbrachten deshalb ihr Leben genauso glücklich wie er.

In der Generation der Enkelkinder geschah es aber, dass die Glücksrute in die Hände eines Mannes kam, der sich nicht um die Warnung seiner Eltern kümmerte und ihre Ratschläge, die sie ihm gegeben hatten, in den Wind schlug. Er wünschte sich von der Rute viele unnütze Dinge und benutzte sie ohne Sinn und Verstand.

Baum-MärchenZunächst entstand aus diesen Wünschen noch kein Schaden, weil sie immerhin noch möglich waren. Der Mann wurde mit der Zeit aber immer übermütiger und unvernünftiger, und schließlich wünschte er sich ganz und gar Unmögliches. So hatte er ihr eines Tages befohlen, die Sonne vom Himmel herunterzuholen, damit er seinen Rücken daran schön wärmen könne.

Die Rute wollte zwar den Befehl ihres Herrn ausführen, aber es ist eben unmöglich, dass die Sonne vom Himmel herabkommt. Und so schickte die Sonne so flammende Strahlen zur Erde herab, dass der Mann, der es sich selber gewünscht hatte, daran verbrennen musste. Nicht die kleinste Spur ist von ihm zurückgeblieben.

Ob nun die Glücksrute in den sengend heißen Sonnenstrahlen damals auch verbrannt ist oder nicht, das konnte hinterher niemand mehr sagen.

Sie ist nie mehr gefunden worden, und niemand weiß, wo sie hingekommen ist. Die Bäume im Wald aber sind durch die große Hitze der Sonnenstrahlen in jenen Tagen so sehr erschrocken, dass sie verstummten. In späteren Zeiten hat niemand mehr ein Wort von ihnen vernommen.

Die Glücksrute des Waldvaters, Märchen aus dem Baltikum
Aus: Zauberpferd und Nebelriese – Fischer Taschenbuch – Märchen der Welt

Und was spricht Sie an diesem Märchen besonders an?

Märchen von Bäumen
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“Bis in den Himmel hinein.
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Herzliche Einladung zum Baum-Erlebnistag!

Du liebst die Bäume und Märchen, bist gerne in ihrer Nähe und ahnst, dass im Baume ein märchenhaftes und weisheitsvolles Wesen wohnt? Dann lade ich Dich herzlich ein zum Baum-Erlebnistag. Was Du an diesem Tag erleben wirst und was er Dir bringt erfährst Du in diesem Blogartikel:

Märchen-ErzählerIn, ein Neuer Beruf für Neue Zeiten:

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Frau Holle Märchen: Die ungleichen Brüder

Es waren einmal zwei Brüder, die waren gar ungleich. Der eine strebte nur nach Geld und Reichtum, der andere aber, suchte Liebe zu geben und zu empfangen. Der Ältere, der nach Reichtum strebte, sprach zu seinem Bruder: „Tue es mir gleich, such dir ein reiches Mädchen und so kannst Du dich ins gemachte Bett legen. Nimmst Du aber das Röschen aus dem Radieschengarten, so sind wir fortan getrennte Leute.“ Doch so sehr der jüngere Bruder ihn auch mochte und so schwer ihm ums Herz war, so konnte er doch diesem Wunsch nicht nachkommen, denn das Mädchen seiner heimlichen Wahl hatte nichts weiter als seinen Fleiß und zwei Blumentöpfe auf dem Fensterbrett.

So machte er sich denn, um den Zwiespalt seines Herzens zu heilen, auf den Weg zu einer wunderbaren Quelle, von der es hieß, dass sie die Seele kräftige und jeden Kummer heile.

Er drang in den verrufenen Wald von Frau Lora ein, worin die Quelle lag, fand sie und sank nieder, um von dem heilkräftigen Wasser zu trinken. Als er getrunken hatte, fühlte er sich gekräftigt, ruhig und neuen Muts und erhob sich und wie er sich so umschaute, da sah er einen Felsen in der Nähe und darin eine Höhle und aus der Höhle heraus trat ein Zwerg, der sprach zu ihm: „Wenn du Mut hast, so folge mir.“ Der Jüngling folgte dem Zwerg in die Höhle und sie gelangten vor ein großes Tor, darüber stand in alten Buchstaben geschrieben:  

Stehst du hier vor,
so gehe stracks durchs Tor.

Die ungleichen Brüder. MärchenDer Zwerg zog einen goldenen Schlüssel hervor und öffnete das Tor. Und als es aufsprang, da war´s dahinter ganz licht und hell und hoch in dem Gang und man konnte in einen Garten blicken, in dem standen die schönsten Bäume, mit reifen, vollen Früchten und es war ein ewiger Frühling dort. Auf den Sträuchern saßen goldene Vögel, sangen und redeten untereinander mit Menschensprache. Der Jüngling ging weiter und sah in der Ferne eine Rosenlaube, darin saß eine hohe, wunderschöne Frau und er schritt auf die Laube zu und erkannte, dass es die Göttin Lora war, die Herrin dieses Gartens und des Waldes. Und sie sprach freundlich zu ihm: „Ich kenne dich schon seit langem und ich weiß wohl, wie treu du liebst, darum gebe ich dir diese wundersame Rose der Liebe und der Treue, solange du sie in Ehren hältst, wird das Glück bei Dir einziehen und Du und Deine Frau werdet einander immer lieber gewinnen, fleißige, liebreizende Kinder werden Euch geboren, ihr werdet allzeit in Liebe leben, bis ihr dann zum Lebensende so gemeinsam und vereint in das Grab sinken werdet, wie ihr gelebt habt. Gehe nun, und lebe.“ Und sie gab ihm die Rose.

Der Jüngling verabschiedete sich dankbar für die Gabe und diese milde Prophezeiung der Herrin der Gartens und küsste den goldenen Saum ihres Kleides. Dann führte ihn der Zwerg zurück durch den Garten und rechts und links am Weg sahen sie wieder die reifen Früchte auf den Bäumen, die sich verlockend im Winde wiegten und der Zwerg sprach zu dem Jüngling: „Pflücke dir nur so viel wie du nehmen möchtest und in Deine Taschen passen und trage es nach Hause zu Deiner Braut. Ich helfe Dir dabei.“ Da pflückten sie vorsichtig die reifen Früchte aus dem Gezweig und schon bald waren die Taschen des Jünglings prall und voll. Sie verließen den Garten und als der Jüngling sich wieder umsah, war der Zwerg verschwunden und er befand sich wieder allein im Lora-Wald und hätte er nicht die wundersame, leuchtende Blume dabeigehabt und hätte er nicht die Früchte in seinen Taschen gefühlt, so hätte er gedacht, daß es alles nur ein Traum gewesen wäre.

Die ungleichen Brüder. MärchenAls er nach Hause zu seiner Braut kam, die sich schon um ihn gesorgt hatte, da erzählte er ihr von seinem Erlebnis, doch sie mochte gar nicht an den Rosen-Garten glauben, freute sich aber über die wunderschöne Blume, die er ihr mitgebracht hatte. Er wollte ihr zum Beweis die Früchte zeigen, doch da musste er das Futter auftrennen, so schwer wogen sie in den Taschen und ließen sich nicht anders herausnehmen. Kaum hatte er das Futter aufgeschnitten, da rollten große, prächtige, goldene Kugeln über den Boden, da war der Reichtum für sie da und sie konnten Hochzeit halten nach alter Sitte.

Mit großer Umsicht erwarb der Jüngling Land in der fruchtbaren Goldenen Aue. Er ließ Haus, Scheunen, Ställe und Speicher errichten und am Tag der Hochzeit, da fuhr die Braut in der Kutsche durch das festlich geschmückte Tor. Und da sie beide die wundersame Blume in Ehren hielten, so traf alles ein, was die Göttin Lora ihnen verheißen hatte. 

So wie zu allen Zeiten der Geruch des Geldes und Glücks die Menschen anzog, so traf auch der ältere Bruder bald auf dem Hof ein und wurde in Ehren aufgenommen. Die Klinke war noch warm von seiner Hand, da wollte er schon neugierig und voller Neid wissen, woher denn dieser Reichtum gekommen sei. Der Bruder erzählte ihm die ganze Geschichte und auch von der Bedeutung der Wunderblume und der Ältere dachte: „Da hat der dumme Hans aber mal Glück gehabt, aber sich mit dieser Blume zu begnügen, das ist doch Firlefanz. Ich würde gewiss noch mehr von diesen Früchten mitnehmen und würde damit mein Glück machen. Dann könnte ich meine verschrumpelte Alte auf ihrem Geldsack sitzen lassen und mir ein junges Mädchen nehmen, rund und glatt, nach Herzensgeschmack.“

So machte sich der Bruder bald auf, um den Zauber-Wald der Frau Lora zu finden. Und er hängte an den Knauf seines Wanderstocks auch ein Bündel mit Wurst und Speck für unterwegs, damit er auch bequem reisen könne und nicht hungern müsse. Und oft machte er eine Pause, um sich zu stärken und kam so gar nicht recht voran. Er irrte lange Zeit im Wald der Frau Lora umher und war schon ganz erschöpft, als er endlich den Felsen fand, an dem der Eingang in den Garten war. Vor dem Felsen da rekelte sich ein buckliger Zwerg und der Bruder stieß ihn mit dem Fuß an. Doch der Zwerg gähnte nur müde und erst nach langem Bitten und Betteln ließ er sich dazu überreden, ihm den Weg in den unterirdischen Garten zu zeigen.

Die ungleichen Brüder. MärchenUnterwegs war´s für ihn recht beschwerlich, denn er stieß sich an jeder Zacke und Ecke. So kam der Bruder ganz zerschunden und zerstoßen vor dem Tor an. Kaum hatte der Zwerg das Tor geöffnet und es sprang auf, da stürzte sich der Bruder auch schon gierig auf die Früchte der Bäume und riss die kostbaren Blüten und Früchte ab, dass sie ihm nur so um die Ohren flogen. Bald bedauerte er, dass nicht mehr Platz in seinen Taschen war und dass er seinen Rucksack vergessen hatte, um noch mehr von den kostbaren Früchten einzusacken. Er dachte überhaupt nicht an die Lebensblume, sondern nur gierig daran, wie er noch mehr dieser kostbaren Früchte mit sich tragen könnte.

„Weg, Du gieriger Wicht,“ rief eine Stimme und eine Gestalt reckte sich drohend über ihm auf. „Lass ab von den Früchten, Du unreines Herz. Ich bin es, welche die Treue behütet und die Habgier bestraft. Schließe deine Augen und was du dann siehst, das ist dein. Auf, meine Geister, packt ihn und jagt ihn fort!“

Der Plünderer fühlte, wie hunderte kleiner Hände und Fäuste an ihm zerrten, ihn kratzten und bissen und windelweich schlugen. Ganz zerschunden und zerkratzt wurde er aus dem Berg hinausgeworfen und viel davor in eine stinkende Grube. Grollend schloss sich der Berg hinter ihm. Ganz still schlich sich der geschlagene Bruder davon. Und er dachte trotzig: „Habe ich auch viele Püffe und Knüffe gekriegt und bin ich auch ganz zerkratzt, so habe ich doch ein reichliches Schmerzensgeld in der Tasche.“ Und als er nach Hause kam, da wollte er die Taschen ausleeren, griff hinein und fasste in einen stinkenden, ekligen Brei. Doch noch einmal wollte der enttäuschte Schatzsucher nicht in den Zauberberg fahren. Und so dachte er: „So muss ich mich halt mit der hutzligen Alten abfinden.“   Doch so protzig auch die Hochzeit war, so rollte ihnen das Glück und das Geld bald aus dem Haus. Zu ehrlicher Arbeit taugten die beiden so sehr, wie der Igel zum Schnupftuch. Und das Geld schmolz ihnen bald wie das Schmalz in der Pfanne unter den Händen weg und ließ sie mit Essiggesichtern zurück. Und am Ende, da blieb dem Mann von alledem nur noch die Alte selbst. Denn der Mensch ist das wert, was ihm wiederfährt.

Die Familie des Bruders aber lebte glücklich im Licht der wunderschönen Blume. Die Frucht auf dem Felde wuchs, das Vieh entwickelte sich prächtig und ihre Kinder hatten ein fleißiges Leben. Als die Stunde kam, in der sie beide Abschied nehmen sollten, um ins Land der ewigen Dinge zu gehen, da taten sie auch dies gemeinsam und die Leute im Dorf sprachen: „Einig gelebt, einig gestorben, das macht selig.“

Die ungleichen Brüder

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Baum. Der Wunderbaum

Baum

Der himmelhohe BaumDer Wunderbaum

„Der Hirtenknabe erblickte eines Tages, als er die Schafe weidete, auf dem Felde einen Baum, der war so schön und groß, dass er lange Zeit voll Verwunderung dastand und ihn ansah. Aber die Lust trieb ihn hinzugehen und hinaufzusteigen; das wurde ihm auch sehr leicht, denn an dem Baume standen die Zweige hervor wie Sprossen an einer Leiter. Er zog seine Schuhe aus und stieg und stieg in einem fort neun Tage lang. Siehe da kam er nur einmal in ein weites Feld, da waren viele Paläste von lauter Kupfer, und hinter den Palästen war ein großer Wald mit kupfernen Bäumen, und auf dem höchsten Baume saß ein kupferner Hahn; unter dem Baume war eine Quelle von flüssigem Kupfer, die sprudelte immerfort, und das war das einzige Getöse; sonst schien alles wie tot, und niemand war zu sehen, und nichts regte und rührte sich.

Als der Knabe alles gesehen, brach er sich ein Zweiglein von einem Baum, und weil seine Füße vom langen Steigen müde waren, wollte er sie in der Quelle erfrischen. Er tauchte sie ein, und wie er sie herauszog, so waren sie mit blankem Kupfer überzogen; er kehrte schnell zurück zum großen Baum; der reichte aber noch hoch in die Wolken, und kein Ende war zu sehen. „Da oben muss es noch schöner sein!“ dachte er und stieg nun abermals neun Tage aufwärts, ohne dass er müde wurde, und siehe, da kam er . . .“

Zitat aus dem Märchen: Der Wunderbaum

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Naturmärchen. Der verborgene SternNeue Märchen und Naturbetrachtungen von Büschen
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Nähere Infos bei: mailto:monika@maerchenhaft-leben.de

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